Leserbriefe

Uwe Müller-Feser

Von Uwe Müller-Feser (Müllheim)

Do, 08. Oktober 2020

Müllheim

BAHNHOF MÜLLHEIM

Niemand soll am Bahnhof frieren
Leserzuschrift zum Bericht über den Müllheimer Bahnhof vom 23. September
Die Stadt Müllheim ist ein Zuzugsgebiet und wird bald die Einwohnerzahl von 20 000 überschreiten. Der Bahnhof wird von tausenden Menschen der Regio täglich genutzt.

Viele Schüler nutzen die Bahn, um zur Schule zu fahren, berufstätige Pendler fahren nach Basel oder Freiburg zur Arbeit und Touristen sowie andere Reisende sind mit dem Zug unterwegs. Aus ökologischen Gründen werden langfristig immer mehr Menschen das Auto stehen lassen (oder abschaffen) und mit der Bahn reisen.

Die Bedeutung des neuen Müllheimer Bahnhofs ist also gerade auch auf lange Sicht von herausragender Bedeutung. Stellt man die Frage, was wünschenswert und was machbar sei, kommt man zu dem Ergebnis , dass es schön wäre, wenn der neue Bahnhof tiefer gelegt werden könnte, damit der Bahnhofsvorplatz deutlich größer als geplant werden könnte. Das wäre wünschenswert.

Aber was unbedingt gemacht werden muss, ist, einen neuen Bahnhof zu bauen, der einen beheizten größeren Raum, ein Café und einen Laden beinhaltet.

Den Informationen der Bahn war zu entnehmen, dass es nur einen Unterstand geben soll, der an zwei bis drei Seiten geschlossen sein soll. Dazu noch unbeheizt! Man stelle sich vor, dass im Winter die Schüler fröstelnd auf den oftmals verspäteten Zug warten, die Berufstätigen frierend unter dem Dach stehen und die älteren Menschen durch die Kälte schneller krank werden. Das wäre ein Skandal!

Wenn man bedenkt, dass die Bahn für die Fledermausbrücke 1,6 Millionen Euro investiert hat, kann es nicht sein, dass für die Menschen in unserer Region kein Geld mehr übrig bleibt und sie im Winter frieren müssen!

Der neue Bahnhof mit einem größeren beheizten Warteraum, einem Café und einem Laden ist also nicht nur wünschenswert, sondern eine absolute Notwendigkeit! Uwe Müller-Feser, Müllheim

AM LANGEN RAIN
Hoffentlich finden sich Käufer
Leserzuschrift zum Artikel über die Baulandpreise für "Am langen Rain" in Müllheim vom 2. Oktober
Die Höhe der Baulandpreise überrascht! Die städtischen Bodenrichtwerte für an das Gebiet "Am langen Rain" angrenzende Gebiete liegen heute zwischen 300 und 360 Euro pro Quadratmeter.

75 Prozent der städtischen Grundstücke des Baugebiets "Am langen Rain" werden nun für 550 bis 600 Euro/qm angeboten. Die restlichen, für subventioniertes preisgünstiges Wohnen vorgesehen 25 Prozent sollen nur 300 Euro pro Quadratmeter kosten.

Damit sind die neuen Baulandpreise fast doppelt so hoch bemessen, wie die bisherigen Bodenrichtwerte in unmittelbarer Umgebung.

Für die Müllheimer Bürger hat dies zwei wesentliche Vorteile: Zum einen werden die neuen Preise auf die Umgebung abstrahlen und dortige Grundstückswerte signifikant steigen lassen, was alle Grundstücksbesitzer freuen wird.

Zum andern werden die hohen städtischen Entwicklungskosten des Baugebiets wie Vermessung, Städtebaulicher Wettbewerb, Planung, Infrastrukturkosten für die Kinderbetreuung und so weiter auf zukünftige Käufer abgewälzt. Das freut natürlich alle Müllheimer Steuerzahler.

Mit Festlegung der hohen Baulandpreise für das Baugebiet "Am langen Rain" treiben Stadtverwaltung und Gemeinderat Müllheims die Grundstückspreise in die Höhe, aber nur zum Wohle der Müllheimer Bürger.

Vor diesem Hintergrund müsste man eigentlich für die Entwicklung des nächsten Baugebietes die Empfehlung "Je teurer desto besser für Müllheim" aussprechen. Auch kann sich jetzt kein Stadtrat mehr über zu hohe Baupreise beschweren – man ist ja jetzt befangen!

Bleibt nur zu hoffen, dass sich auch Käufer finden … Björn Stoltze, Müllheim