Leserbriefe

Erhard Morath (Bonndorf )

Von Erhard Morath (Bonndorf )

Mi, 13. Januar 2021

Bonndorf

MAHNWACHEN IN BONNDORF
Rücksicht ist der Gruppe wohl völlig fremd
Nach wie vor treffen sich in Bonndorf einige "Corona-Leugner" zu Mahnwachen in Bonndorf. Dazu erreichte uns folgende Leserzuschrift:
Unvermindert gehen die Mahnwachen (Demonstrationen) gegen die Coronavorschriften oder, nach eigener Darstellung, "für die Wahrung der Grundrechte" in Bonndorf weiter. Es ist unerträglich, mit ansehen zu müssen, wie sich eine selbsternannte Gruppe der Freiheit über die sinnvollen, die Ansteckungsrisiken reduzierenden Corona-Maßnahmen (Abstandhaltung, Masken tragen, Kontakte minimieren und besondere Hygieneempfehlungen) hinwegsetzt. Offenbar sind den Teilnehmern die Sorgen der Ärzte und Mitarbeiter auf den Intensivstationen und Krankenhäusern rund um die Uhr, die dort um Menschenleben, um unsere Angehörigen kämpfen und ihr eigenes Leben in Gefahr bringen, schnurz-purz-egal. Und das Ganze geht trotz steigender Fallzahlen und Todesfällen unvermindert weiter. Verwundert reibt man sich die Augen und fragt sich, weshalb die Mahnwache eigentlich in Bonndorf und nicht in Schluchsee (von dort kommen die Organisatoren) stattfindet? Offenbar erhält die Floskel: Demokratie sei auch die Diktatur der Dummheit! neue, sichtbare Nahrung. Dass mit diesem Leserbrief die Aktion unnötigerweise Aufmerksamkeit erhält, muss ich in Kauf nehmen. Eine gebotene Rücksicht auf besonders gefährdete Gruppen unserer Gesellschaft, die älteren, behinderten, vorbelasteten Menschen scheint den Demonstranten ebenfalls völlig fremd zu sein. Rechte ja, aber auch Pflichten unseren Mitmenschen gegenüber dürfen wir nicht einfach ausblenden.

Erhard Morath, Bonndorf