Leserbriefe

Barbara Beckmann Feldberg-Falkau

Von Barbara Beckmann Feldberg-Falkau

Sa, 20. Juni 2020

Leserbriefe Hochschwarzwald

HOCHSCHWARZWALDCARD

Entwicklung macht fassungslos
Zum Beitrag "Keine kostenlosen Skifahrten mehr" und "Sechs Räte fordern neue Verhandlungen", BZ von Freitag, 12., und Dienstag, 16. Juni, jeweils Seite 15.
Wertschätzende Kommunikation und Vertrauen sollten Stellgrößen erfolgreicher Veränderungsprozesse sein. Ungute Entwicklungen gibt es immer wieder mal in einer Gemeinde, wenn sich aber die unguten Entwicklungen in der Gesamtgemeinde Feldberg weit über die Ortsgrenzen hinaus auswirken, ist es ein Unding, kopfschüttelnd und stillschweigend zu zuschauen. Meines Erachtens läuft die Art und Weise der Beschlussfassung, die zur Kündigung des Vertrages mit der Hochschwarzwald Tourismus GmbH durch den Liftverbund geführt hat, dem Grundsatz von Treu und Glauben zuwider. Wie kann kann Bürgermeister Albrecht solch schwerwiegende Entscheidungen für unsere Gemeinde im Alleingang treffen ? Wie kann es sein, dass er in einem Jahr Amtszeit hart erarbeitete Vorlagen zu nichts degradiert ? Das Fehlen jeglicher Wertschätzung spiegelt sich auch in der Tatsache, dass die Befürworter seiner diffusen Amtsführung propagieren, er werde die Leichen im Keller des Rathauses schon finden – bis dato ohne Erfolg. Die Befürworter seiner Entscheidung sind sich auch nicht zu schade, HTG-Geschäftsführer Thorsten Rudolf öffentlich aufs Übelste zu verunglimpfen.

Und nun? Keine Stellungnahme des Bürgermeisters. Seit einer Woche hüllt er sich in Schweigen. Nur sechs Gemeinderäte der Freien Wähler und der Feldberger Liste kommen ihrer Verantwortung nach, Transparenz zu schaffen.

Die dritte im Gemeinderat vertretene Liste, die Bürgerliste Feldberg, gibt lapidar bekannt: Sie sei für die Kündigung des Vertrags zur Hochschwarzwaldcard, weil sie andere Vorstellungen habe – welche, wird nicht erklärt. Ohne Scheu verkündet Gemeinderat Schrade noch einmal, ein neuer Vertragsabschluss sei an der Blockade der HTG gescheitert.

Starke Frauen und Männer, die den Hochschwarzwald in den letzten zwei Jahrzehnten vorangebracht und weiterentwickelt haben, hatten Visionen, für die sie hart gearbeitet, für die sie gelebt haben. Ist mit Stefan Wirbser auch das soziale Gewissen in der Gemeinde gestorben? Kehrt nun das bereits überwundene Kirchturmdenken zurück?

Wir Feldberger sollten dringend Antworten auf eine Reihe von Fragen finden, unter anderem: Wer hat in der Gemeinde Feldberg damit begonnen, Liftpreise für Einheimische maßlos zu erhöhen? Wer hat damit begonnen, Institutionen, in denen vorrangig ehrenamtlich gearbeitet wird, ihre Vergünstigungen zu kürzen oder zu streichen? Wer hat damit begonnen, auf dem Höchsten rücksichtslos gegen die eigenen Bürger um Parkplätze zu feilschen? Und das alles mit dem Argument, es müsse jahrelange Misswirtschaft aufgearbeitet werden?

Diese Entwicklung macht mich fassungslos, und ich frage mich ernsthaft: Wollen wir uns wirklich auf diese Art und Weise weiter spalten lassen? Gesunde Wertschöpfung kann sich nur aus gesunder Wertschätzung heraus entwickeln. In
diesem Zusammenhang sehe ich aktuell schwarz für Feldberg.
Barbara Beckmann Feldberg-Falkau