Leserbriefe

Daniel Senn (Kleines Wiesental )

Von Daniel Senn (Kleines Wiesental )

Fr, 06. Dezember 2019

Kleines Wiesental

WINDKRAFT
Fakten wollen nicht gesehen werden
Leserbrief zum BZ-Artikel "Bürchau wendet sich gegen Windpark" vom 27. November:
Wenn 64,7 Prozent der Stimmen gegen den Bau weiterer Windkraftanlagen auf dem Höhenzug des Zeller Blauen kein klares Ergebnis ist, dann möchte Bürgermeister Gerd Schönbett wohl die Fakten einfach nicht sehen. Er interpretiert das Ergebnis folgendermaßen: Es gibt im Ortsteil Bürchau keine Mehrheit, die gegen den Bau der Windkraftanlagen sei. Anders, als es Herr Schönbett behauptet, liegt die Bürgerbeteiligung bei der Abstimmung pro oder kontra zu Windkraftanlagen auf dem Höhenzug des Zeller Blauen mit 67,4 Prozent vergleichsweise hoch!

Überträgt man Herrn Schönbetts Argumentation, dann fragt man sich, wie legitim er sich denn Bürgermeister des Kleinen Wiesentals nennen darf. Lag doch die Wahlbeteiligung bei der Bürgermeisterwahl 2017 über alle Ortsteile gesehen lediglich bei 44,9 Prozent und hatte den höchsten Wert aller Ortsteile in Bürchau mit 57,5 Prozent, und den niedrigsten Wert in Wieslet bei 32,5 Prozent.

Vor allem stellt man sich die Frage: Wenn Bürgermeister Schönbett eigentlich mit einem klareren "Erdrutschsieg" gerechnet hat, dann muss er von der mehrheitlichen Ablehnung bezüglich der Windparkpläne schon länger gewusst oder sie zumindest befürchtet haben. Wie kann also der Bürgermeister guten Gewissens bei einer Gemeinderatsitzung wie im Januar 2018 mit diesem Wissen einen Vertrag mit den EWS derart durchpeitschen oder bei allen anderen Möglichkeiten zu handeln und damit den Kurs zu korrigieren, so ignorant gegenüber seinen Bürgern in den am meisten betroffenen Ortsteilen Elbenschwand, Bürchau und Neuenweg sein?

Und wen wundert es da noch, dass die Anhörung des Bürchauer Ortschaftsrats vor Vertragsabschluss einfach "vergessen wurde"? Womit der Gemeinderatsbeschluss zum Pachtvertrag mit EWS durch die Kommunalaufsicht des Landkreises Lörrach für ungültig erklärt wurde.
Daniel Senn, Kleines Wiesental

Offene und ehrliche Dialoge mit Bürgern
Zum gleichen Thema eine weitere Lesermeinung:
Es gibt im Ortsteil Bürchau keine Mehrheit, die gegen die Pläne für einen Windpark auf dem Zeller Blauen sind – so interpretiert Bürgermeister Gerd Schönbett das Ergebnis der Bürgerbefragung. Wenn 24 Ja-Stimmen gegen 71 Nein-Stimmen keine Mehrheit sind, was dann? So, wie sich Herr Trump im Weißen Haus seine eigenen Realitäten zusammen tweetet, so baut sich Bürgermeister Schönbett im neuen Rathaus in Tegernau seine eigenen Fakten gegen eine Zweidrittel-Mehrheit in Bürchau zusammen.

Obwohl die Mehrheit der Gemeinderäte im Kleinen Wiesental neu sind, wird unter der Anweisung von Bürgermeister Schönbett versucht, so weiter zu wursteln und die Öffentlichkeit bei Beratungen auszusperren, wie mit dem alten Gemeinderat. Bei der Gemeinderatssitzung im November wurde ein Tagesordnungspunkt zur Information der Öffentlichkeit beim Thema Windkraft nicht öffentlich beraten, obwohl es nicht um vertragliche Angelegenheiten ging. Ehrliche Informationen und Offenheit vor und gegenüber den Bürgern sieht anders aus. Sehr geehrte neue Gemeinderäte, helfen Sie mit, in dieser Gemeinde offene und ehrliche Dialoge vor und mit den Bürgern zu führen.

Bernd Sedelmeier, Klaus Schwald, Dieter

Schlageter, Viktor Roser, Kleines Wiesental