Leserbriefe

Rudolf Winter

Von Rudolf Winter (Rheinfelden)

Mi, 05. Mai 2021

Rheinfelden

ERSCHOSSENER REHBOCK
Hätte man ihn nicht betäuben können?
Die Erschießung eines Rehbocks, der sich bei Eichsel in einem Weidezaun verfangen hatte (BZ-Artikel "Rehbock verfängt sich in Weidezaun" vom Freitag, 30. April), stößt bei einem Leser aus Rheinfelden auf Unverständnis.
Warum musste der Jäger den Rehbock erschießen? Hätte man ihn nicht betäuben können, um ihn aus seiner Misslage zu befreien? So ein Weidezaun ist bestimmt kein kompliziertes Teil. Der Rehbock war sicher nicht so sehr verletzt, dass man ihn hätte töten müssen. Selbst wenn ein Tier in Panik kommt, ist das immer noch kein Grund, es zu erschießen.

Rudolf Winter, Rheinfelden

Die Befreiung des Tiers wäre leicht gewesen
Ein Jäger aus Lörrach ist überzeugt, dass es eine andere Lösung gegeben hätte:
Es ist sehr wohl möglich und sogar ganz einfach, einen Rehbock aus diesen Weidezäunen zu befreien. Man braucht nur einen Seitenschneider oder eine kleine Axt. Haben wir letztes Jahr gemacht und den Bock die Freiheit geschenkt. Ich bin selbst Jäger, aber ich verstehe die Aussage, dass er nicht befreit werden konnte, nicht. Da wollte man wohl einfach schießen. Und bekommt dann Fleisch voller Adrenalin, also für die Tonne. Schade um das Tier. Thomas Albiez, Lörrach

BETREUUNGSGEBÜHREN
Ein ziemlich unsozialer Vorschlag
Zum Artikel "Eltern zahlen künftig mehr für die Kinderbetreuung" (BZ vom Freitag, 30. April) schreibt eine Leserin:
Fast am Ende des Artikels war zu erfahren, dass das neue Bezahlmodell noch gar nicht beschlossen ist. Ich finde es ziemlich frech, wie hier fast den ganzen Artikel über der Anschein erweckt wird, dieses Modell wäre bereits in trockenen Tüchern. Als betroffene Mutter kann ich nur hoffen, dass der Gemeinderat diesem unsozialen Vorschlag der Verwaltung nicht folgen wird. Denn wenn man sich die Ideen der Bürgermeisterin genauer ansieht, geht dieses "Ermäßigungs"-Modell vor allem zu Lasten derer, die Ermäßigungen am meisten benötigen: Alleinerziehende, Familien mit einem geringen Einkommen und kinderreiche Familien. Diese werden an der Teuerung prozentual unverhältnismäßig mehr beteiligt.

Da hätte man sich stattdessen die letzte Ermäßigungsstufe für die höheren Familieneinkommen sparen können. Eine sechsstündige Betreuung als ganztägig anzupreisen ist ein Hohn für alle arbeitenden Eltern. Schon jetzt ist ein deutlicher Mangel an Erzieherinnen und Erziehern erkennbar. Man gewinnt den Eindruck, dass man diesen Mangel durch eine Einschränkung des Angebots kaschieren möchte. Unter "familienfreundlich" stelle ich mir etwas anderes vor, nämlich Unterstützung für alle Familien und für alle Familienmodelle, nicht nur für Gutverdiener.

Eine familienfreundliche Stadt muss eine soziale Stadt sein, dazu gehören neben der Kinderbetreuung, die eigentlich frühkindliche Bildung heißen und für Bildungsgerechtigkeit ab dem Kleinkindalter sorgen sollte, auch günstiger Wohnraum, Freizeitangebote für Schulkinder und Jugendliche und eine allgemeine Stimmung, die erkennen lässt, dass Kinder willkommen sind. Wo kann die Stadt hier punkten? Katrin Nuiro, Rheinfelden