Leserbriefe

Dorothee Schappacher

Von Dorothee Schappacher (Lörrach)

Mo, 11. Januar 2021

Kreis Lörrach

IMPFEN

Impftermin sollte kein Hindernislauf sein
Zum Artikel "Um Impftermin muss sich jeder selbst kümmern" in der BZ vom 30. Dezember schreibt eine Leserin:
Die Impfberechtigten werden informiert – heißt es. Nicht aber in Baden-Württemberg. Aber offensichtlich erhalten sie in anderen Ländern eine personenbezogene Einladung, vermutlich mit Terminangabe. Warum geschieht das nicht bei uns? Wo bleibt da das Gebot der Gleichbehandlung?

Weiter heißt es, dass man sich über eine Hotline den Termin selbst erfragen muss. Zugleich wird hinzugefügt, dass die Gefahr besteht, in der Warteschlange stecken zu bleiben. Die nächste Alternative, zu einem Impftermin zu kommen, wäre die Online-Variante. Dabei weiß jedes Kind, dass Hochbetagte in der Regel weder über eine E-Mail-Adresse noch über das Know-how verfügen.

Der Verdacht liegt nahe, dass es geduldet oder sogar gewollt ist, dass möglichst viele Senioren wegen dieser äußeren Hindernisse die Impfung nicht in Anspruch nehmen, und somit eine Dezimierung der alten Bevölkerung voranschreitet. Den Einwand, es werde doch zuerst in den Alten-Einrichtungen und dort ohne Umstände vor Ort geimpft, lasse ich nicht gelten. In den Pflege- und Seniorenheimen häufen sich die Todesfälle, dies gelangt an die Öffentlichkeit und schadet dem Ruf der Häuser. Zudem geht es um den Schutz des Pflegepersonals.

Es gibt viele alte Menschen, die privat leben und sich noch selbst versorgen können. Dort wird der Tod ein anonymer Gast! Ich bin 86 Jahre alt und stand über 35 Jahre beruflich im Dienst der Allgemeinheit. Das Erreichen eines Impftermins sollte kein Hindernislauf sein!

Dorothee Schappacher, Lörrach

DAMMANN-INTERVIEW
Das persönliche Verhalten hinterfragen
Zum Interview mit der Landrätin (BZ vom 31. Dezember) und zwei Leserbriefen dazu in der BZ vom 7. Januar:

Herr Steinegger ("Wir sind kein Herdenvieh") widerspricht entschieden der Aussage der Landrätin im Interview "Wir haben nichts falsch gemacht". Er wirft ihr vor, sie würde den Einfluss des Einkaufstourismus auf das Infektionsgeschehen herunterspielen. Herr Blum ("Die Verantwortung liegt bei der Führung") möchte als Betroffener zum Mitverantwortlichen gemacht werden. Er schreibt: "Über drei Viertel aller Infektionen finden im Privatbereich statt." Wir alle könnten uns also fragen, ob wir in den letzten Wochen alles richtig gemacht haben. Statt den Einkaufstourismus zum Sündenbock zu erklären oder der Landrätin Vorwürfe zu machen, könnten wir unser persönliches Kontaktverhalten hinterfragen. Müssen wir uns wirklich mit einer unbegrenzten Anzahl unterschiedlicher Personen treffen – nur halt nicht gleichzeitig, sondern nacheinander? Eine Beschränkung auf eine möglichst kleine Anzahl immer gleicher Personen wäre die einfachste Maßnahme, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Kontrollieren lässt sich das nicht. Jede und jeder könnte dafür die Verantwortung übernehmen. Ob eine solche Einschränkung des Kontaktverhaltens zugunsten des Allgemeinwohls zumutbar ist, möge jede und jeder für sich selbst entscheiden. Birgit Dreher, Lörrach