Leserbriefe

Jörg Selinger

Von Jörg Selinger (Pfaffenweiler)

Di, 08. September 2020

Pfaffenweiler

STUBE IN PFAFFENWEILER
"Wir sollten nachhaltig denken"
Zum Beitrag "Kritiker streben Bürgerentscheid gegen die Pläne für Stube in Pfaffenweiler an" in der BZ vom 19. August:
Seit Jahren befassen sich die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat mit der schwierigen Aufgabe, was mit der Stube passieren soll. Das genannte Gremium hat sich im November 2019 dazu entschlossen, die Stube nicht zu veräußern und sie auch nicht für gastronomische Zwecke zu sanieren. Dies geschah wohl bedacht auch dadurch unterstützt, dass keine privaten Investoren für dieses Projekt mit Gastronomie bereitstanden. Wenn man es nüchtern betrachtet, wäre ein solches Projekt als Liebhaberei anzusehen, da es sich wirtschaftlich nicht darstellen lässt.

Man hat nun meines Erachtens die Chance beim Schopf gepackt und für Pfaffenweiler ein großartiges Konzept entwickelt. Das einzigartige Gebäude mit dem Namen "Stube" bleibt sinnvoll erhalten, bekommt mit dem Rathaus einen perfekten Nutzer und für die Bürgerinnen einen freundlichen, modernen Anlaufpunkt für die auf einem Rathaus zu erledigenden Dinge.

Den frei werdenden Platz in den bisherigen Räumlichkeiten sinnvoll und zukunftsgewandt zu nutzen, sollte nicht schwerfallen. Die Lage in dem parkähnlichen Gelände mit beengtem Kindergarten, Schule, Kinderspielplatz, Insektenhotel, Dorfmuseum bietet sich schon jetzt zur Naherholung an. Eine Erweiterung der Kindertagesstätte oder des Kindergartens und eine Begegnungsstätte für alle Generationen – insbesondere auch für einen Treff für Jung und Alt – bietet sich unbedingt an.

Pfaffenweiler in die Zukunft zu führen, es wohnlich und lebhaft zu halten, ist die Aufgabe, der wir uns jetzt stellen dürfen. Werden wir eine weitere Schlafstätte von Freiburg oder richten wir uns als Gemeinde für ein jetzt und die kommenden Generationen ein? Gerade ein Zusammentreffen außerhalb der großen Vereinsgemeinschaften zum Beispiel in Denkwerkstätten, Thementreffs halte ich für die nächsten Jahre als unabdingbar. Wo können wir die gemeinsam anstehenden, wichtigen Aufgaben diskutieren wie Leben im Alter, was bieten wir unserer Jugend, wie wollen wir unsere Energieversorgung sicherstellen, wie kommen wir zu einem guten öffentlichen Nahverkehr, wie bewegen wir uns im Ort, welche Dienstleister wollen uns hier in Zukunft noch bedienen? Gerade unter dem Gesichtspunkt des Klimawandels und auch, weil wir an der in Baden-Württemberg am zweitmeisten befahrenen Landesstraße leben, sollten wir aktiv an einem modernen, ökologisch denkenden Pfaffenweiler arbeiten.

Die jetzigen Bauprojekte werden vom Land gefördert und bieten meines Erachtens eine große Chance, die Weichen so zu stellen, dass wir hier in Pfaffenweiler nicht nur wohnen, sondern auch weiterhin gut und den modernen Gegebenheiten angepasst leben können. Was wir für die Zukunft benötigen, ist Raum und Geist. Raum für die Betreuung der Kinder, Raum für die Jugendlichen und deren gute Entwicklung, Raum für die Erwachsenen und deren oben beschriebenen Themen. Wenn wir den Raum schaffen, kommt der Geist in die Räume, und wir werden den Raum gut nutzen. Deshalb sollten wir alle die Chance ergreifen und sofort mit diesem Projekt loslegen und nicht weiter von den alten Zeiten Träumen, in denen die Fußbälle noch aus Leder waren. Jörg Selinger, Pfaffenweiler