Leserbriefe

Georgis Zwach, Lahr

Von Georgis Zwach & Lahr

Do, 17. September 2020

Lahr

EDITORIAL GOTTFRIED BERGER
Es fehlen Erläuterungen und konkrete Zitate
Zum Kommentar von BZ-Redakteur Christian Kramberg über das Editorial von Kulturamtsleiter Gottfried Berger im Spielzeit-Magazin ("Wortwahl ist fehl am Platz"/BZ vom 11. September) schreibt eine Leserin. Der Kommentar und der Teil des Editorials, auf den sich der Kommentar bezieht, stehen online unter http://mehr.bz/editorial
Was, um alles in der Welt, hat den Redakteur zu einem solchen Text verleitet? Anlass war offenbar das Editorial des Kulturamtsleiters Gottfried Berger im Programmheft "Lahr Kultur" für die kommende Spielzeit 2020/21. Es fehlten Erläuterungen des Kontexts und vor allem konkrete Zitate und damit eine stichhaltige Begründung für die Einordnung der politischen Haltung Bergers bei den Gegnern der Corona-Maßnahmen, andeutungsweise der AfD.

Brisant wird dieser Vorgang dadurch, dass sich bei der Lektüre des Berger-Textes herausstellt, dass dessen Hauptanliegen seine bevorstehende Verabschiedung von seinem Amt ist und sein Dank an alle Mitwirkenden und er schließlich in einem Blick auf die Veränderungen in der Kultur, auf die Gesellschaft und deren Perspektiven hinweist. Er beklagt eine zunehmende Intoleranz gegenüber Andersdenkenden, wird aber nicht deutlicher und somit wird keinerlei Zugehörigkeit zu einer Gruppierung ablesbar.

Auch ich hätte mir etwas mehr Klarheit über das Gemeinte gewünscht. Meint er die Kulturschaffenden, die unter Corona tatsächlich noch mehr leiden als in ihrem häufigen Dauerprekariat? Oder meint er generell die Maßnahmen und Auflagen während der Pandemie? Hier allerdings könnte ich keinesfalls zustimmen. Grundsätzlich aber wäre die Form eines Interviews angemessen gewesen. Durch Fragen und Antworten wird manches aufklärbar und mögliche Unterstellungen vermeidbar. Ein Gebot der Anerkennung wären zum Abschied auch die Fragestellungen zur Kultur heute in kleinen und mittleren Städten zu formulieren in einem Rückblick auf die Leistungen und die Möglichkeiten in über 20 Jahren der Leitung des Kulturamts. Es zählt, was bleibt: In dieser Zeit ist es Berger zum Beispiel gelungen, für die Lahr bei relativ geringer finanzieller Ausstattung eine beachtliche Sammlung von Skulpturen arrivierter Künstler aufzubauen.