Leserbriefe

Claudia Leppert

Von Claudia Leppert (Schopfheim)

Do, 08. Oktober 2020

Kleines Wiesental

KULTURELLES LEBEN
Was ist los in Schopfheim?
Zur Berichterstattung über das teilweise wieder auflebende, weitestgehend aber coronabedingt brachliegende kulturelle Leben in Schopfheim (BZ vom 21. September):
Über eine in der Vergangenheit prosperierende Kleinstadt mit vielen Vereinen, Veranstaltungen, Sportevents etc. und beachtlicher Historie senkt sich mehr und mehr ein bleierner Schleier. Abgesagt: Kinderferienprogramm, städtisches Kulturprogramm, Kalter Markt, Weihnachtsmarkt, Lichterfest, Wintertheater … Und wer Initiative zeigt, der findet, wenn überhaupt nur zögerliche oder gar keine Unterstützung seitens der Verwaltung. Leicht könnte man meinen: Was nicht stattfindet, macht schon keine Arbeit.

Benachbarte Städte und Gemeinden haben es diesen Sommer vorgemacht und attraktive Veranstaltungen mit Künstlern aus der Regio organisiert. Der vormalige Gemeinderat hat sich allerdings mit fiskalischen "Kunstgriffen", deren finanzielle Folgen vollumfänglich absehbar waren, vom damaligen Bürgermeister zu einem Campus-Projekt leiten und verführen lassen, das die Stadt weiter in eine finanzielle Katastrophe treiben wird. Und dennoch kann es nicht sein, dass das gesellschaftliche Leben zum Erliegen kommt. Wer große Baugebiete erschließt und Zuzug möchte, der muss letztlich auch für das gesellschaftliche Leben in der Stadt Verantwortung zeigen. Mein dringender Appell an die Verwaltung und den Gemeinderat: Unterstützen Sie die Kulturschaffenden und Initiativen, wo immer es geht. Schopfheim braucht eine positive Außendarstellung und ein aktives sozio-kulturelles Leben. Es wäre schade, wenn uns am Ende nur die Samstags-Demos vor dem Rathaus als einzige öffentliche Veranstaltung erhalten blieben. Das wäre wirklich keine Werbung für eine Stadt, die erklärtermaßen kein Corona Hotspot werden will. Claudia Leppert, Schopfheim

PEGEL UND NASSHOLZLAGER
Künstliche Beregnung ist ein Umweltskandal
Zur Berichterstattung über die Pegelmessstelle und das Nassholzlager in Tegernau (BZ vom 23. September):
Die Beregnung von Käferholz mit kostbarem Bachwasser ist ein Umweltskandal. Es wird nicht nur Wasser vergeudet, sondern auch verschmutzt. Wasser, das angesichts historischer Tiefststände in Bächen den Wasserlebewesen vorbehalten bleiben sollte. Stattdessen wird es für einen zweifelhaften Zweck in den Nassholzlagern verschwendet und verdreckt. Der Skandal ist in Geschwend und in Tegernau seit Juni bekannt und wurde während der gesamten Trockenperiode nicht geändert. Ich frage mich, wo sind denn die wichtigen grünen Politiker, die sich immer wortreich für die Ökologie einsetzen? Wo sind denn die Bürgermeister, die sich um das Wohl ihrer Heimat kümmern wollen? Und wo sind die behördlichen Kontrollinstanzen? Knicken wirklich alle vor einer übermächtig erscheinenden Forstbehörde ein, die sämtliche Auflagen mit Füßen tritt? Dabei ist das Käferholz unwiederbringlich verloren. Die Fichte ist nicht nur Opfer des Klimawandels geworden, sondern vor allem einer immer wieder kritisierten Monokultur. Jetzt sollen auch noch die Bäche und ihre Lebewesen, die wegen extremer Sommer ohnehin leiden, mit ins Verderben gerissen werden. Das darf nicht wahr sein! Sind denn alle institutionellen Umweltapostel nur Papiertiger, wenn es wirklich mal darauf ankommt, ökologische Belange über Profit zu stellen? Dann muss ich mir überlegen, ob ich künftig noch ein Kreuzchen bei "Grün" machen kann. Hilde Keil, Zell