Leserbriefe

Jürgen Paulzen

Von Jürgen Paulzen (Hohberg)

Di, 26. November 2019

Hohberg

RIED-RALLYE
Aufregung war reines Kalkül
Zur Kritik von Bettina Dürr und Michaela Karl (beide UL) in der Ortschaftsratsitzung in Altenheim an der Ried-Rallye (Ratsnotizen, BZ von 21. November).
Als Teilnehmer unter den Vorausfahrzeugen will ich mich zunächst beim MRV Ichenheim bedanken für diese perfekt organisierte Veranstaltung. Die steigenden Starterzahlen als auch das massiv gestiegene Zuschauerinteresse sind ein Zeichen von Zuspruch und Akzeptanz dieser Veranstaltung, welche meines Wissens nach über 20 Jahren ohne Ried-Rallye wieder seit 2016 veranstaltet wird.

Es ist in der heutigen Zeit einfach, und passt leider auch in die Politik, sich hinzustellen und mit dem Finger zu zeigen. Aber worum geht es eigentlich? Es geht um eine Ortsdurchfahrt Altenheim, welche vom Ortseingang bis -ausgang mit 30 km/h durchfahren wird, und plötzlich sollen 50 Rallyeautos, die mit 30 km/h untertourig durch den Ort fahren, zu einer "kolossalen Aufregung" bei den beiden Damen geführt haben? Auf einer Bundesstraße, die täglich hunderte Lkw und landwirtschaftliche Maschine passieren, waren es ausgerechnet 50 Teilnehmer einer Rallye, welche einmal im Jahr veranstaltet wird? In einem Zeitraum von etwa fünf Stunden?

Wir haben viele Menschen entlang der Ortsdurchfahrt gesehen, Familien mit Kindern, die auf die Autos gewartet haben, uns freundlich zugewunken haben (viele Fahrzeuge, gerade im Vorausfeld, sind nicht mehr im Alltag zu sehen). Aus meiner Sicht war die Aufregung der beiden Damen reines Kalkül, um politisch wahrgenommen zu werden. Es ist ja einfach, und in der Regel mit wenig Gegenwehr zu rechnen, wenn man sich auf eine sportliche Minderheit, den Rallyesport, stürzt. Würde man die Ortsdurchfahrten monieren von Zuschauern und Teilnehmern lokaler Fußballspiele, wäre die Gefahr von Gegenwind größer und man müsste sich um die Wählerschaft sorgen. Freuen Sie sich lieber, dass es noch einen Verein gibt, der sich viel Arbeit antut, um so eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, denn dies ist (leider) einzigartig in der Region.Jürgen Paulzen, Hohberg