Leserbriefe

Peter Epp

Von Peter Epp (Emmendingen)

Do, 24. September 2020

Emmendingen

TREND ZU BETON
"Initiative zur Erhaltung grüner Vorgärten"
Zum BZ-Artikel "Steine des Anstoßes" vom 15. September:
Braucht Emmendingen eine Initiative zur Erhaltung grüner Vorgärten? In diesem Artikel erläutert Herr Böcherer, dass Schottergärten zum einen den Insekten die Lebensgrundlage entziehen würden und zum anderen nur am Anfang eine Zierde wären, weil sich in relativ kurzer Zeit neuer Bewuchs zwischen den Schottersteiner bilden würde.

Diese unerwünschte Erscheinung führt neuerdings aber auch dazu, dass die Schotterflächen im nächsten Schritt wieder entfernt und durch Betonpflaster ersetzt werden. Manche überspringen den Zustand des Schottergartens und pflastern gleich den Vorgarten. Ein neuer Trend ist auch die Rodung von ungepflegten oder vertrockneten Hecken.

Jüngst hat nun der Oberbürgermeister im Zusammenhang mit dem neuen Wasserspiel in der Landvogtei erläutert, dass schon Wasserspiele und Brunnen von geringer Größe das Klima der Innenstadt positiv beeinflussen würden. Diese Aussage kann man sicher auch auf die Problematik der Schottergärten, Betonpflaster und Zäune im übertragenen Sinne anwenden.

Auf Emmendinger Verhältnisse bezogen muss es doch der Stadtverwaltung aus klimapolitischen Gründen ein Anliegen sein, diese Entwicklung zu stoppen und wenigstens eine Aufklärungsinitiative starten? Peter Epp, Emmendingen
KAPELLE TENNENBACH

"Ganz so kirchenfeindlich war die Geschichte nicht"
Zum Leserbrief "Das Land war nie Besitzer" von Dieter Arnold vom 14. September:
Dieter Arnold hat recht: Säkularisation bedeutet Einziehung von Kirchenvermögen durch den Staat. Aber ganz so kirchenfeindlich, wie er tut, war die Geschichte 1803 nicht, denn der jeweilige Landesherr übernahm im Gegenzug die Fürsorge für die Kirche. Wenn Herr Arnold nun Wikipedia zitiert, um zu zeigen, wie viel der Staat damals einkassiert hat, sollte er nicht vergessen, auch zu zitieren, wie viel der Staat für die Kirche verausgabt: Laut "http://www.gehalt.de Stand 2015, zahlt der Staat jährlich rund 442 Millionen Euro für die Gehälter von Kirchendienern: für Bischöfe, Erzbischöfe, Weihbischöfe, Vikare. Zudem übernimmt er für die Kirchen den Einzug der Kirchensteuer, aus der die Pfarrer bezahlt werden.

Vielleicht beruhigt es Herrn Arnold, wenn er recherchiert, wie oft die enteigneten Kirchengüter inzwischen abbezahlt sind? Edgar Wolf, Emmendingen

LADESTATION IM PARKHAUS
"Klare Kante zeigen und nicht diskutieren"
Zum BZ-Artikel "Neues Parkdeck mit 69 Plätzen" vom 21. September:
Es ist sehr erfreulich, dass mit der Erweiterung des Parkhauses Steinstraße endlich wieder zusätzliche Parkmöglichkeiten nahe der Innenstadt geschaffen werden! Was ich nicht verstehen kann, ist dass die Einrichtung einer E-Ladestation im Parkhaus noch "diskutiert" werden soll (Zitat des Oberbürgermeisters).

Es muss doch klar sein, dass in dieser Zeit des von allen propagierten Umstiegs auf E-Mobilität der Einbau einer E-Ladestation in einem öffentlichen Parkhaus von vorneherein eine Selbstverständlichkeit ist und beim Umbau berücksichtigt werden.

Die Zeit für Diskussion ist doch längst abgelaufen. Was für ein Signal sendet eine solche lapidare Bemerkung an die Bürger aus, die wie wir ernsthaft die Anschaffung eines E-Autos planen und konkret nach der Versorgung mit Ladesäulen im öffentlichen Raum schauen? Das Thema ist doch nicht neu für die Stadt! Bitte klare Kante zeigen und nicht diskutieren!

Katharina Hoehler, Emmendingen