Leserbriefe

Hans Loritz

Von Hans Loritz (Wehr)

Di, 23. Februar 2021

Bad Säckingen

A 98 ODER B 34?
Autobahn war Wunsch aller Parteien und Bürger
Zum BZ-Artikel "BUND will Autobahnplanung stoppen" vom 11. Februar und verschiedenen Reaktionen von Politikern und Lesern
In den diversen Stellungnahmen zur A 98 sind einige Fehler und Falscheinschätzungen vorhanden. Ich nehme mal an, dass dies keine "Fake News" sein sollen, sondern einfach auf bloße Unkenntnis beruhen.

Zum einen ist die Autobahn nicht eine jahrelange Spinnerei der CDU, sondern war Anfang der 1970er-Jahre ein Wunsch aller damals im Bundestag vertretenen Parteien und den Bürgern vor Ort.

Dieser Wunsch wurde anlässlich einer Veranstaltung ganz klar vorgebracht, zu der der damalige Ministerpräsident Kurt-Georg Kiesinger 1969 Vertreter aus Politik und Wirtschaft eingeladen hatte. Der frühere Verkehrsminister der sozialliberalen Koalition, Georg Leber, schrieb die Autobahn am Hochrhein in den Generalverkehrsplan fest. Der damalige SPD-Abgeordnete und Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Rainer Offergeld, verkündet voller Stolz, dass er es erreicht hat, dass die A 98 in Dringlichkeitsstufe 1 in der Finanzplanung gekommen ist.

Leider sind seitdem schon viele Jahre vergangen und die Anwohner der B 34 leiden immer noch. Zum anderen steht es dem BUND Umwelt sicher zu, eigene Gedanken und Ideen einzubringen. Aber dazu gehört auch, die Konsequenzen klar anzusprechen. Diese sind: Es wird die nächsten 30 Jahre vor Ort nichts gehen. Ich erinnere mich gut, dass Anfang der 1970er-Jahre nach dem Bürgerentscheid gegen die Autobahn Freiburg – Donaueschingen in einem Gespräch im Regierungspräsidium ein beschleunigtes Verfahren zum Ausbau der B 31 angekündigt und auch angegangen wurde. Nun sind 50 Jahre vergangen und die Strecke ist immer noch nicht fertig.

Warum? Für Bundesstraßen ist ein völlig neues Planfeststellungsverfahren erforderlich. Sowie es bei der Neuplanung der B 31 Einsprüche gab, wird es auch bei einer Neuplanung der B 34 wieder solche geben. Das sollte man den Menschen in Schwörstadt – Bad Säckingen – Waldshut auch offen sagen. Und dafür auch die Verantwortung übernehmen.

Hans Loritz, Wehr