Selbstversuch

Esoterik: Vom (Un-)Sinn des Übersinnlichen

jls

Von jls

Mo, 28. Oktober 2013 um 11:34 Uhr

Liebe & Familie

Sein Karma-Kamm ist ein Rückenkratzer – doch alle sind davon begeistert. Ein Berliner Journalist begibt sich in esoterische Kreise und ist befremdet von deren unkritischer Begeisterung.

Auf der Esoterik-Messe bietet Bernd Kramer gratis "Aura-Restrukturierung und -Revitalisierung" an: "Ich ziehe negatives Karma aus Ihrer Aura ab." Die Klientinnen des "energetischen Coaches" setzen sich hin, ergreifen beidhändig einen Transzendenzzapfen und schließen die Augen. Der silberne Zapfen, angeblich mit Bergkristall ausgekleidet, soll Energien bündeln. Derweil rudern Kramers Hände durch die Luft. Er tastet die Aura seiner Kundinnen ab. Negative Energie frisiert er mit einem Karma-Kamm fort. "Boah, fühlt sich das gut an!", "Mir geht es wirklich besser" und "Genial!" lauten die Urteile. Manche Kundinnen drängen Kramer sogar ein Honorar auf.

"Was geht hier vor?", wunderte sich Bernd Kramer hinterher. Ihn erstaunt, wie weit Esoterik unsere Gesellschaft schon durchdrungen hat. Universitäten beschäftigen sich damit. "Freiburg, bisher Hauptstadt der Parapsychologen, ist nun also auch Studienhort der Esoteriker", schrieb unlängst die Süddeutsche Zeitung wegen des Studiengangs "Spiritualität und Interkulturalität". Bundesagenturen ...

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