Hayek-Vorlesung

Livestream: Ifo-Chef Clemens Fuest über die wirtschaftlichen Folgen von Corona

Bernd Kramer

Von Bernd Kramer

Mo, 30. November 2020 um 14:07 Uhr

Wirtschaft

Lähmt der Schutz vor dem Virus die Wirtschaft über Gebühr? Mit solchen Fragen befasst sich der Chef des renommierten Ifo-Instituts in der Hayek-Vorlesung. Wir übertragen live ab 18.30 Uhr.



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Wie soll liberale Wirtschaftspolitik in Zeiten von Corona aussehen? Sollte sich der Staat lieber beim Ausgeben von Geld zurückhalten, anstatt viele Milliarden Euro in Hilfsprogramme zu stecken? Lähmt der Schutz vor dem Virus die Wirtschaft über Gebühr? Mit solchen Fragen wird sich der Wirtschaftswissenschaftler Clemens Fuest, Chef des renommierten Ifo-Instituts, am Montag von 18.30 Uhr an auseinandersetzen. Er hält die Friedrich-August-von-Hayek-Vorlesung des Eucken-Instituts, die an den gleichnamigen Freiburger Ökonomen und Nobelpreisträger (1899-1992) erinnern soll.

Ohne staatliche Hilfen würde das Vertrauen in die Wirtschaft schwinden

Von Hayek war skeptisch gegenüber staatlichen Konjunkturprogrammen. Er sah in ihnen und einer extrem lockeren Geldpolitik die Ursachen für globale Abschwünge. Damit unter schied er sich von seinem intellektuellen Gegenspieler John Maynard Keynes (1883-1946). Was von Hayek zu einer Rezession infolge einer globalen Pandemie gesagt hätte? Darüber kann man nur spekulieren.

Heute sind sich die Ökonomen weitgehend einig. Ohne den Staat, ohne staatliche Hilfen und Garantien, wäre das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung zusammengebrochen und der Abschwung noch stärker ausgefallen.


Doch was bedeuten die angehäuften Schuldenberge für die Zukunft? Wie kann man sie wieder abbauen? Müssen Streuern erhöht werden? Oder ist staatlicher Schuldenabbau überhaupt nicht mehr nötig? Adieu Schuldenbremse, wie manche Ökonomen fordern. Haben die Milliarden wirklich geholfen? Oder hätte man sie anders einsetzen müssen – zum Beispiel stärker in die Erhöhung der Verlustrückträge für Unternehmen, wie es Clemens Fuest gefordert hat.

Clemens Fuest kennt sich mit Staatsfinanzen bestens aus. Er ist Finanzwissenschaftler, war unter anderem Direktor des Zentrums für Unternehmensbesteuerung an der britischen Eliteuni Oxford. Der Professor an der Uni München (geboren 1968) zählt zu den einflussreichsten deutschen Ökonomen.