Abstimmung

Löffingen erlaubt den Bau von 21 Tiny-Häusern

Martin Wunderle

Von Martin Wunderle

Sa, 13. März 2021 um 12:57 Uhr

Löffingen

Der Gemeinderat Löffingen hat grünes Licht gegeben: In Dittishausen sollen Mehr- und Einfamilienhäuser gebaut werden. Doch das Besondere: Auch Tiny-Häuser sind laut Bebauungsplan zugelassen.

Grünes Licht für die Tiny-Häuser: Mit der Enthaltung der FDP/FW-Fraktion und eines weiteren Gemeinderats sind der Planentwurf für den Bebauungsplan Wassersack II in Dittishausen und die zweite Offenlage beschlossen worden. Dort sollen Mehrfamilienhäuser, Einfamilienhäuser und Tiny-Häuser zugelassen werden. Der Ortschaftsrat hat den Plänen bereits im Vorfeld zugestimmt.

Der Bebauungsplan wurde von Planer Ulrich Ruppel aus Waldkirch nach den Wünschen und Vorschlägen aus den jüngsten Sitzungen abgeändert: Die Wendeplatte wurde in die Bebauung mit einbezogen und der Bebauungsplan um zwei Grundstücke erweitert. Neben der herkömmlichen Bebauung mit Einfamilienhäusern soll auch durch Doppelhäuser eine höhere Verdichtung möglich sein. Zwei große Grundstücke im Allgemeinen Wohngebiet, unterteilt in kleine Flächen, sollen Entwicklungsmöglichkeiten für kreisförmig angelegte Tiny-Häuser in verschiedenen Größen bieten.

Öffentliche Stellplätze sind nicht geplant

Dabei kann sich Ruppel kleinere Versionen zwischen acht und 14 Quadratmeter vorstellen für Puritaner, die sich bewusst auf kleine Wohnflächen beschränken wollen, aber auch kleinere Gebäude mit bis zu 60 Quadratmeter Wohnfläche, die sich auch für Kleinfamilien eignen. 21 solcher Häuser sind möglich. Öffentliche Stellplätze sind nicht eingeplant. Entsprechend der Stellplatzverpflichtung muss für Wohnungen bis 40 Quadratmeter ein Stellplatz auf eigenem Grundstück ausgewiesen werden, für größere Wohnungen sind mindestens 1,5 Stellplätze nötig.
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Rudolf Gwinner, Sprecher der FDP/FW-Fraktion forderte, die Tiny-Häuser müssten mindestens eine Größe von 50 Quadratmetern aufweisen und in Holzständerweise erbaut werden. Wohnwagen und Bauwagen seien explizit auszuschließen, die Energieeinsparverordnung müsse eingehalten werden und auch eine Stellpatzregelung sei wichtig. Dazu erläuterte Ruppel, eine Mindestfläche von 50 Quadratmetern wäre das Aus für den Bau von Tiny-Häusern. Außerdem fürchtet Gwinner durch die kleinen Bauplätze deutlich mehr Nachbarstreitigkeiten und forderte, die Zahl der Plätze für Tiny-Häuser um die Hälfte zu reduzieren. Gwinner machte aber auch darauf aufmerksam, dass man nicht grundsätzlich gegen Tiny-Häuser sei und die Entscheidung des Ortschaftsrats respektiere.

Bei der Gemeinde sind bereits mehr als 50 Tiny-House-Anfragen eingegangen

Das sahen die beiden anderen Faktionen anders. Georg Mayer (SPD) sprach sich dafür aus, möglichst wenig Regeln aufzustellen, sonst bekomme man nur wieder Probleme. Der Ortschaftsrat Dittishausen habe sich viele Gedanken gemacht, diese Entscheidung werde man unterstützen. Auch Martin Lauble (CDU) nannte die Entscheidung mutig, aber zeitgemäß und sagte ebenfalls Unterstützung zu. Bürgermeister Tobias Link ergänzte, dass bereits über 50 Anfragen für die Tiny-Haus-Grundstücke bei der Gemeinde eingegangen seien.

Für die Änderung des Flächennutzungsplans Sondergebiet Ferienhaussiedlung Tiny House Village im Welschland in Löffingen ist laut Planer Ruppel die letzte Stufe erreicht. Am Donnerstagabend hatte sich der Gemeinderat mit den Stellungnahmen der Behörden zu beschäftigen. Dabei lehnt der Landesnaturschutzverband einen Flächenverbrauch für eine touristische Nutzung ab, und fordert stattdessen, Bauland für junge Familien zu schaffen. Dazu erläuterte Ruppel dass man mit dem Waldbad und dem Freizeitpark Tatzmania ohnehin schon touristische Nutzung in diesem Gebiet habe und Bauland an anderer Stelle in Löffingen geschaffen werden soll. Auch Bedenken des Naturschutzes wurden ausgeräumt, alle Eingriffe würden an anderer Stelle ausgeglichen. Der Gemeinderat stimmte zu.

Auch einer Erweiterung des Bebauungsplans Schachen-Mitte – die Landmaschinenfirma Ketterer braucht zusätzlichen Platz – stimmte das Gremium zu.

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