Bedrohung

SEK überwältigt Mann, der in Lörrach mit Gefahrstoffen hantiert

Willi Adam

Von Willi Adam

Sa, 08. August 2020 um 17:30 Uhr

Lörrach

Ein großer Einsatz von Polizei und Rettungskräften hielt am Samstag Lörrach in Atem. Grund war eine Drohung, im Hintergrund stand wohl ein seit längerem schwelender Streit um eine Bar.

Ein 48-jähriger Mann hatte laut Polizei mit gefährlichen Stoffen hantiert und unter anderem gedroht, sich etwas anzutun. Die ersten Meldungen zu dem Vorfall kamen etwa um 13 Uhr. Darin hieß es, in einem Garten an der Alten Basler Straße befinde sich eine Person, die mit Benzin hantiere. Die Polizei sperrte daraufhin das Gebiet großräumig ab.

SEK mit Hubschrauber eingeflogen

Die Basler Straße, eine viel befahrene Ausfallstraße in Richtung Zoll und Basel, wurde zwischen Bahnhof Stetten und Dammstraße voll gesperrt. Wegen der schwer einzuschätzenden Gefahr wurden die Anwohner evakuiert. Feuerwehr und Rotes Kreuz gingen in Stellung. Später wurde das SEK hinzugezogen, ebenso eine Verhandlungsgruppe der Polizei. Diese Einsatzkräfte wurden teils mit Hubschraubern eingeflogen. Kräfte des SEK überwältigten den Mann gegen 16 Uhr. Danach konnten evakuierte Nachbarn wieder zurück. Im Hintergrund des Vorfalls steht eine Bar, von der laut Anwohner Lärmbelästigungen und Bedrohungen ausgehen.

Erst nach Stunden des Verhandelns und Wartens in großer Hitze wurde der Großeinsatz erfolgreich beendet. Der Mann sei gegen 16 Uhr von Spezialkräften überwältigt und dabei leicht verletzt worden, berichtete die Polizei. Gespräche mit dem 48-Jährigen hätten zu keinem Ergebnis geführt. Deshalb habe man sich zum Zugriff entschlossen. Der Mann hatte damit gedroht, "möglicherweise sich selbst etwas antun zu wollen", formulierte die Polizei im Medienbericht. Er habe "mit Benzinkanistern, einer Gasflasche und einem Feuerzeug", hantiert, heißt es darin weiter. Außerdem habe er Forderungen gestellt, berichtete ein Polizeisprecher. Zu deren Inhalt machte er jedoch keine Angaben. Abgesehen von der allgemeinen Gefährdungslage wegen der Stoffe seien direkt im Zusammenhang mit dem Vorfall von ihm keine dritte Personen bedroht worden, sagte der Polizeisprecher. Kurz vor 16 Uhr wurde der Mann im Polizeiwagen sitzend vom Einsatzort weggebracht.

Anwohner berichten von lange schwelendem Streit

Hintergrund des Vorgangs sind Probleme in der Nachbarschaft um eine Bar, die sich in unmittelbarer Nähe des Schauplatzes von Samstagnachmittag befindet. Die Anwohner klagen über Lärmbelästigungen vor allem durch an- und abfahrende Autos. Stadtrat Fritz Böhler (Grüne) hatte erst jüngst die Thematik im Gemeinderatsausschuss angesprochen und angemerkt, die Nachbarn würden sich von der Stadt allein gelassen fühlen.

Der 48-Jährige, der den Vorfall ausgelöst hat, ist der Bar zuzuordnen, das Grundstück, auf dem er sich während des Einsatzes befand, wiederum den Beschwerde führenden Anwohnern. Hinter den Absperrbändern und vor einer anderen Gaststätte, die die Wartenden spontan mit Essen und Trinken versorgte, berichteten zahlreiche Anwohner von ihrem Eindruck, in dieser Sache allein gelassen zu werden. Der Konflikt habe sich über mehrere Jahre zugespitzt. Mit dem Betreiber der Bar sei nicht zu reden, beklagten sich mehrere Anwohner im Gespräch mit der BZ. Sie erhoben außerdem den Vorwurf, mehrere Nachbarn seien im Laufe des Streits bereits verbal angegangen worden. Die Stimmung am Absperrband schwankte demzufolge zwischen Gereiztheit, Frust und dem Versuch, die aktuelle Wendung fassen zu können.

Auch beim Einsatzort seien nach Aussagen von Anliegern durch Personen aus dem Umfeld der Bar, die zum Ort des Geschehens gekommen waren, erneut verbale Bedrohungen erfolgt. Es sei auch zu Rangeleien gekommen, berichteten einzelne wartende Anwohner.
Hier finden Sie Hilfe in Krisen!

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Büro Tel. 0761 / 270 690 00 (AB), https://fbgd.org, info@fbgd.org

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Der AKL Freiburg ist eine Beratungsstelle für suizidgefährdete Menschen, Menschen in Lebenskrisen und Hinterbliebene nach Suizid in der ganzen Region Südbaden.

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