Kommentar

Kinder Kinder sein lassen

Dora Schöls

Von Dora Schöls

Di, 12. Februar 2019

Lörrach

Kinder nach Herzenslust forschen zu lassen, ist toll. Aber zu viel Druck machen sollte man ihnen nicht.

Zurecht ist das Phaenovum und damit die Stadt stolz auf die vielen Lörracher Siege bei den Wettbewerben von Jugend forscht (Seite 19). Es ist toll für die Jugendlichen, dass sie im Schülerforschungszentrum so viele Möglichkeiten haben, zu forschen und ihren Ideen nachzugehen. Selbst wenn aus den Schülern nicht nur Wissenschaftler werden, lernen sie hier auch Dinge wie Präsentieren, Teamarbeit und einen langen Atem bei Schwierigkeiten im Projekt. Davon profitieren sie sicher ihr Leben lang. Und dass sie sich so jung schon mit so aktuellen Themen wie dem Klimawandel oder der Sicherheit von Elektronik auseinandersetzen, ist so lobenswert wie nötig. Doch darf man bei all dem Jubel nicht vergessen: Kinder und Jugendliche sind eben genau das: Kinder und Jugendliche. Deshalb sollte beim jugendlichen Forschen und Wetteifern immer das Spielerische im Vordergrund stehen. Wenn aber schon mit 14 Jahren Gedanken an den Lebenslauf die Entscheidungen des jungen Menschen beeinflussen, dann läuft in unserer Gesellschaft etwas gehörig schief. Denn wenn wir schon in der Schule, im schlimmsten Fall in der Grundschule, unseren Kindern vor allem Selbstoptimierung, Konkurrenzdenken und Streben nach Erfolg mit auf den Weg geben, dann ist es kein Wunder, dass die Zahlen von Burn-out und Depressionen bei jungen Menschen ansteigen. Den Druck sollten wir unseren Kindern nicht antun, denn er kommt später von ganz allein.