Lörrach-Tumringen

Mann droht, sich und andere umzubringen – Polizist schießt ihm ins Bein

Jonas Hirt

Von Jonas Hirt

Fr, 23. Oktober 2020 um 12:18 Uhr

Lörrach

Ein Mann kündigt in Lörrach an, sich selbst und andere Menschen zu töten. Bei einem Polizeieinsatz schießt ihm ein Beamter in den Oberschenkel. Mittlerweile ist der Mann in einer psychiatrischen Klinik.

Aktualisierung am Freitag, 23. Oktober: Auf Antrag des Staatsanwaltschaft Lörrach hat das Amtsgericht gegen den 45-jährigen Beschuldigten die einstweilige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.

Großeinsatz für die Polizei am Dienstagabend in einer Wohnung in Lörrach-Tumringen: Gegen 21 Uhr habe ein Mann gedroht, sich selbst und andere Menschen zu umzubringen, das teilen Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.

Die Polizeibeamten trafen in der Wohnung auf den 45-jährigen Mann. Dieser sei mit einem großen Messer bewaffnet auf die Beamten zu gegangen "und bedrohte sie mehrfach mit dem Tode", heißt es in der Mitteilung. Einer der Beamten schoss auf den Mann. Die Kugel traf ihn am Oberschenkel. Polizeisprecher Jörg Kiefer sagt auf Anfrage der Badischen Zeitung, dass aufgrund der Nähe keine andere Möglichkeit bestanden habe, als zu schießen.

Beamten hätten sofort handeln müssen, sagt der Polizeisprecher

Der 45-Jährige konnte danach überwältigt werden. Momentan befinde er sich im Krankenhaus und werde dort überwacht. Laut Kiefer sind seine Verletzungen wohl nicht so gravierend. Der Polizist, der den Schuss abgab, werde psychologisch betreut. " Es bestand zu keinem Zeitpunkt Lebensgefahr. Die Polizisten wurden nicht verletzt", heißt es in der Mitteilung.

Da der Mann nicht nur gedroht habe, sich zu töten, sondern auch andere Menschen, hätten die Polizisten vor Ort sofort eingreifen müssen, sagt Kiefer.

Genauer Tatvorwurf wird noch ermittelt

Teil der weiteren Ermittlungen werden auch die Hintergründe des Vorfalls sein. Laut Polizei und Staatsanwaltschaft befand sich der Mann in einem psychischen Ausnahmezustand. Jörg Kiefer sagt, dass dem Mann Blut abgenommen worden sei. Dieses werde untersucht, um zu klären, ob der Mann unter Einfluss von Drogen oder Alkohol gehandelt habe.

Die weiteren Ermittlungen haben die Staatsanwaltschaft Lörrach und die Kriminalpolizei Freiburg übernommen. Wenn Polizisten in solchen Situationen schießen, wird stets auch die Rechtmäßigkeit der Schussabgabe überprüft. Deshalb ermittelt die Kripo Freiburg und nicht die Lörracher Kripo.

Polizeisprecher Kiefer sagt, dass der genaue Tatvorwurf gegen den 45-Jährigen noch ermittelt werde. Karin Sattler-Bartusch, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Lörrach, sagt auf Anfrage, dass man nun prüfe, ob eine Unterbringung des Mannes in einer psychiatrischen Klinik oder der Antrag auf Untersuchungshaft in Frage komme.
Hier finden Sie Hilfe in Krisen!

  • Freiburger Bündnis gegen Depression e.V.
    Tel. 0761 / 152 956 30, Do 11.30–13.00 Uhr
    Büro Tel. 0761 / 270 690 00 (AB), https://fbgd.org, info@fbgd.org
  • Arbeitskreis Leben (AKL)
    Der AKL Freiburg ist eine Beratungsstelle für suizidgefährdete Menschen, Menschen in Lebenskrisen und Hinterbliebene nach Suizid in der ganzen Region Südbaden. http://www.ak-leben.de ,Tel. 0761/3 33 88, Mo., Mi., Fr.: 10–13 Uhr; Di., Do. 14–16 Uhr.