Der Mythos Verdauungsschnaps

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Von dpa

So, 05. Januar 2020

Gastronomie

Der Sonntag Tipp Wenn nach Gans und zu viel Süßem der Magen drückt, hilft ein Spaziergang.

Gans mit knuspriger Haut, dazu extraviel Soße, danach was Süßes: Ohne üppiges Essen ist es für viele kein richtiges Weihnachten. Doch dem Genuss folgt oft das weit weniger schöne Völlegefühl. "Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich – aber bei vielen Menschen kann es tatsächlich sein, dass ihnen fetthaltiges Essen schwer im Magen liegt", sagt Antje Gahl, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Nach dem Dessert kommt daher oft ein Schnaps auf den Tisch – "um den Magen aufzuräumen", wie es im Volksmund häufig heißt. Doch funktioniert das wirklich? "Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass der Verdauungsschnaps wirklich den gewünschten Effekt hat", sagt Gahl. Einerseits könne Alkohol zwar die Produktion von Magensäure anregen, andererseits aber auch die Entleerung des Magens verhindern.

"Der gefühlte Effekt, dass Alkohol den Magen aufräumt, kommt wohl eher daher, dass er eine leicht narkotische Wirkung hat – das unangenehme Völlegefühl wird also nur abgemildert", sagt Gahl. Wer dem vollen Magen wirklich auf dei Sprünge helfen will, sollte statt dem Verdauungsschnaps eher den Verdauungsspaziergang wählen. "Damit der Magen Essen verdauen kann, muss er Magensäure produzieren – und die Bewegung kann diese Säureproduktion anregen."dpa