Eine Liebeserklärung an den Apfel

Stephan Clauss

Von Stephan Clauss

Sa, 30. Oktober 2010

Gastronomie

Ein Apfel braucht nicht makellos zu sein, schmecken muss er – eine Liebeserklärung an die fast vergessenen, alten Sorten.

Eine Kindheit ohne Apfelbäume? Das wäre eine traurige Veranstaltung. Wie Weihnachten ohne Christbaum (und ohne Bratäpfel). Schon früh verlockten uns die runden Früchte und machten Appetit auf mehr. Die hastig geklauten unreifen Dinger aus Nachbars Garten schmeckten zwar fies sauer, wir aßen sie dennoch trotzig zum Ende der herbstlichen Mutprobe. Omas Apfelkuchen mit frischer Schlagsahne ließen wir sonntagnachmittags nicht einmal kalt werden, ordentlich viel Apfelmus musste auch in den dritten und vierten Pfannkuchen. Apfelschorle tranken wir literweise. Und an der Spur aus abgenagten Apfelbutzen konnte Mutter unsere Wanderwege durch Haus und Garten abends mühelos zurückverfolgen...

Das angebissene Apple-Logo kennt zwar jeder Fünfjährige, aber was weiß der Mensch heute noch vom Apfel? Wie viele wunderschöne Sorten es gibt und wie überraschend unterschiedlich sie schmecken können, das ahnen selbst die meisten Großen nicht. Woher sollten sie auch? An den Obstständen der Supermärkte liegen noch kaum mehr als ein halbes Dutzend zur Auswahl: Die meisten halten dann beim Reinbeißen nicht, was ihr verlockendes Aussehen verspricht.

Dennoch bleibt der Apfel mit Abstand der Deutschen liebstes Obst. Rund 130 Äpfel isst jeder von ihnen pro Jahr. Die nationale Bestsellerliste führt mit rund 20 Prozent Marktanteil der 1972 erstmals eingeführte süßlich-spritzige Elstar an, gefolgt von Jonagored und Jonagold (jeweils etwa 15 Prozent) sowie dem knackig-langweiligen Braeburn (8). Einen Backapfel wie "Schöner von Boskoop" (so lautet sein vollständiger Name!) findet man indes schon sehr viel seltener, die süß-würzigen Cox Orange und die leuchtend roten Ingrid Marie muss man in den ...

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