Bildung in der Pandemie

Lollitests gibt’s in Freiburger Schulen und Kitas auch nach den Sommerferien

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 19. August 2021 um 07:00 Uhr

Freiburg

29.000 Schul- und Kitakinder in Freiburg sollen auch nach den Ferien zwei Mal pro Woche per Lollitest auf Sars-CoV-2 getestet werden. Für Eltern bleiben sie kostenlos, Stadt und Land tragen die Kosten.

Auch im neuen Schuljahr wird es die kindgerechten Corona-Pooltests geben – und sie bleiben für die Eltern kostenlos. Wie die Freiburger Stadtverwaltung mitteilt, nehmen zehn weitere Schulen an dem vom Land geförderten Projekt teil. Damit beteiligen sich künftig insgesamt 63 Schulen und 190 Kindertageseinrichtungen mit mehr als 29.000 Kindern und Jugendlichen an den PCR-Tests, die zwei Mal pro Woche vorgenommen werden. Die Tests, so die Stadtverwaltung, sollen dazu beitragen, die Einrichtungen offen zu halten sowie die Kinder, ihre Familien und die Beschäftigten vor dem Coronavirus zu schützen.

Start für die Kitas bereits Ende August

Nach aktuellem Stand ist geplant, dass die Tests zunächst bis zu den Herbstferien laufen. Eine Verlängerung ist, je nach pandemischer Lage und den Vorgaben des Landes, denkbar. Das neue Schuljahr beginnt am 13. September. Für den überwiegenden Teil der Kitas enden die Ferien bereits am 30. August, dann starten hier auch die Lolli-Tests.

Das Land übernimmt die Kosten für die Tests an den Schulen. Die Tests an den Kindergärten und Kitas teilen sich Land und Stadt ungefähr hälftig. Die finanzielle Förderung des Landes richtet sich hier nach den Altersgruppen in den Kitas. Für U 3-Kinder gilt eine höhere Förderung als im Ü 3-Bereich, gemittelt ergibt sich eine Förderung von etwa 50 Prozent.

Das Land investiert, wie es bei der Stadtverwaltung heißt, mit seiner Förderung nicht in eine Freiburger Insellösung, sondern in ein Pilotprojekt. Auch andere Städte und Gemeinden sollen von den Erfahrungen Freiburgs profitieren. Die Stadtverwaltung erreichen immer mehr Anfragen aus anderen Kommunen, denen beratend weitergeholfen wird.

Das Prinzip des Lolli-Tests ist relativ einfach: In Pooltests werden ganze Klassen oder Kita-Gruppen gemeinsam getestet. Wattestäbchen werden dabei wie Lollis gelutscht und anschließend gemeinsam ins Labor für die PCR-Untersuchung gegeben. Eine Klasse oder eine Kindergartengruppe bildet einen Pool, nur wenn ein Pool positiv ist, wird einzeln nachgetestet. Die Methode ist präzise, durch das Poolen werden die PCR-Tests günstiger als Einzeltests dieser Art. Das Projekt wurde gemeinsam mit Uniklinik Freiburg und dem Gesundheitsamt entwickelt.

Besonderheit des Freiburger-Poolsystems ist die digitale Infrastruktur. Bis auf das Lutschen an den Wattestäbchen und den Transport in das Labor laufen so gut wie alle Prozesse digitalisiert. Eltern erhalten das Ergebnis des Pools als Mail. Der Nachweis gilt für 60 Stunden und kann für unterschiedliche außerschulische Aktivitäten genutzt werden, bei denen ein negatives Testergebnis vorgezeigt werden muss. Seit Beginn des Poolie-Projekts im März wurden in rund 19 000 Pooltests insgesamt rund 324 000 Kinder und Jugendliche auf Corona getestet. 35 Mal war ein Pool positiv.
Weitere Infos unter poolie-freiburg.de

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