Reichenbach

Männergesangverein sammelt Altpapier zur Aufbesserung der Vereinskasse

Wolfgang Beck

Von Wolfgang Beck

Di, 30. Juni 2020 um 13:32 Uhr

Lahr

Kein Proben, keine Versammlungen, keine Auftritte: Dem MVG Reichenbach macht die Corona-Krise zu schaffen. Die Mitglieder sammelten am vergangenen Samstag fleißig Altpapier.

Corona stellt auch den Männergesangverein Reichenbach vor große Herausforderungen: "Wir proben nicht und haben keine Auftritte", sagt der Vorsitzende Alfred Hertenstein der BZ. Auch die Mitgliederversammlung musste abgesagt werden. Dafür verlief die Altpapiersammlung am Samstag durch das Dorf prächtig. Mehr als zehn Tonnen Papier kamen zusammen.

"Das war die erste Sammlung in diesem Jahr", sagte der MGV-Vorsitzende Alfred Hertenstein am Samstag. Mehr als ein Dutzend Sänger, die meisten im fortgeschrittenen Alter, waren durch alle Straßen und Gassen im Einsatz, um die bereitgestellten Zeitungskartons und Papierkisten einzusammeln. "Eine Herkulesaufgabe", lautete deren Einschätzung.

"Es ist ein unverzichtbarer Akt zur Aufbesserung unserer Vereinskasse", sagte der Vorsitzende. Seit etwa 15 Jahren lege der MGV Reichenbach über die viermal im Jahr stattfindenden Altpapiersammlungen den finanziellen Grundstock für die Bezahlung des Chorleiters. Die Idee dazu hatte der Ehrenvorsitzende Alois Bernhard gehabt. Die letzte Sammlung war im Dezember 2019 und "alles andere als lukrativ", so Hertenstein. "Die Miete für die Container war höher als die Einnahmen durch das Papier", beschrieb der Vorsitzende das Dilemma. "Unter fünf Euro für die Tonne lohnen sich nicht." Derzeit steige der Papierpreis wieder.

Auf Traktoren, Lkw und anderen Fahrzeugen waren die aktiven und passiven Sänger unterwegs, um gebündeltes Altpapier zu sammeln, das in zwei großen Containern auf dem Parkplatz des Schwimmbads zwischengelagert wurde. "Eine Firma stellt die Container und nimmt uns auch das Papier ab", so die Auskunft. In der Vergangenheit seien im Jahresschnitt rund 7000 Euro Einnahmen durch Altpapiersammlungen zusammengekommen.

Das Sängerfest am Lindenplatz mit Bewirtung ist hingegen längst keine Einnahmequelle mehr. "Wir wurden alle älter und konnten das Fest nicht mehr stemmen", sagt Gerd Merz, seit 65 Jahren Mitglied im Verein. Mit Fritz Werner, ebenso lang dabei, soll er demnächst geehrt werden. "Wann dies sein wird, wissen wir nicht", so der Vorsitzende. Von mehr als 50 Proben und bis zu 16 Auftritten können die 31 Sänger derzeit nur träumen. Wegen Corona musste auch das Sängertreffen im Pfarrheim abgesagt werden. Demnächst soll in einer Vorstandssitzung geklärt werden, ob zukünftig weitere Sammlungen angeboten werden.