Krankheit

Mäuse und Bunthörnchen übertragen tödliches Bornavirus

Jürgen Schickinger

Von Jürgen Schickinger

So, 14. Oktober 2018 um 18:28 Uhr

Bildung & Wissen

BZ-Plus Das Bornavirus hat in Deutschland neun Todesfälle verursacht – ihm auf die Schliche zu kommen, brauchte Jahre. Es handelt sich um eine Erkrankung, die vom Tier auf den Menschen überspringen kann.

Müdigkeit und Kopfschmerzen machten ihm zu schaffen. Sein Gang wurde unsicher, und als dann auch noch Bewusstseinsstörungen auftraten, ließ sich der 72-Jährige ins Krankenhaus einweisen. Es war offenbar ernst. Zwei Freunde, Tierzüchter in Sachsen-Anhalt wie er selbst, waren in den Jahren 2011 und 2013 erkrankt und innerhalb weniger Monate verstorben. Wie sie erlag schließlich auch er einer Hirnentzündung, verursacht von Erregern, die daraufhin erstmals als gefährliche Killer überführt wurden: Bornaviren.

Es handelt sich um eine der tödlichsten viralen Zoonosen hierzulande, eine Viruserkrankung, die vom Tier auf den Menschen überspringen kann. Den drei Züchtern wurde offenbar die Nähe zu exotischen Schönbeziehungsweise Bunthörnchen zum Verhängnis. Aber in Deutschland existieren verwandte Erreger auch in einheimischen Wirtstieren – nämlich in Feldspitzmäusen.

Dass diese Überträger der gefährlichen Hirnentzündungen sein können, wurde erst kürzlich öffentlich gemacht – auch die Fachleute wissen noch nicht lange davon. Das Robert-Koch-Institut hat Anfang Oktober darauf hingewiesen, zeitgleich hat das Fachmagazin New England Journal of Medicine über zwei der jüngst entdeckten Fälle berichtet. Ende August waren diese in Freiburg erstmals öffentlich vorgestellt worden, auf der internationalen Konferenz "Persistenz von RNA-Viren". Armin Ensser vom Uniklinikum Erlangen und Martin Beer vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in ...

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