Prozess

Mann löste 2018 im Europa-Park Bombenalarm aus – und steht bald vor Gericht

Lena Jörger

Von Lena Jörger

Di, 30. Juni 2020 um 17:00 Uhr

Rust

Ein anonymer Anrufer meldete der Polizei in Rust im Oktober 2018 einen verdächtigen Mann mit Tasche im Europa-Park und gab dabei einen falschen Namen an. Nun steht ein 34-Jähriger vor Gericht.

Weil er im Oktober 2018 im Europa-Park in Rust Bombenalarm ausgelöst haben soll, muss sich ein 34-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen ab 18. September in Lüdenscheid vor Gericht verantworten.

Am Vormittag des 27. Oktober 2018 war beim Polizeiposten Rust ein anonymer Anruf per Handy eingegangen. Der Anrufer, berichtete die Polizei später, habe von einem Mann im Bereich der Deutschen Allee gesprochen, der mit einer verdächtigen Tasche unterwegs sei. Die Polizei hatte daraufhin verdeckt im Park ermittelt. "Unser Vorgehen war professionell, die Parkbesucher haben von alledem nichts mitbekommen", sagte Postenchef Martin Baumann im April 2019, als der Vorfall bei der Vorstellung der Kriminalstatistik öffentlich gemacht wurde. Zum Prozessauftakt im September sind auch er selbst als Ermittlungsführer und sein Kollege, der damals den Anruf entgegengenommen hatte, als Zeugen geladen, sagte Baumann am Dienstag im Gespräch mit der Badischen Zeitung.

Der Angeklagte soll beim Drohanruf einen falschen Namen angegeben haben

Wie der Westfälische Anzeiger berichtet, hatte der 34-Jährige bei dem Anruf in Rust einen falschen Namen genannt und sich als jemand ausgegeben, mit dem er offenbar noch eine Rechnung offen hatte. Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage wegen "Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten" in zwei Fällen erhoben. Denn wenige Tage nach dem Anruf in Rust soll der Mann Bombenalarm im Movie Park in Bottrop-Kirchhellen ausgelöst haben. In dem Prozess im September geht es zudem um einen Fall von Exhibitionismus.

Laut dem Bericht des Westfälischen Anzeigers wurde der Mann bereits im Juli 2017 am Landgericht Hagen zu 15 Monaten mit Bewährung wegen Nötigung, Beleidigung, Bedrohung und versuchter Körperverletzung verurteilt.