Baustelle

Mastsanierung in Egringen läuft nach Plan

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Do, 04. Juni 2020 um 07:33 Uhr

Efringen-Kirchen

Zwei Stahlgittertürme erhalten neue Fundamente, um die Standardsicherheit eines Hochspannungsmasten am östlichen Ortsausgang von Egringen zu verbessern. Unmengen Eisenstangen wurden verlegt.

"Alles läuft bislang nach Plan", freuen sich Bauleiter Otto Schraivogel von der Dinslakener Firma Eqos (Niederlassung Neustadt an der Weinstraße) und Adrian Zilly von der Netze BW über den zügigen Fortschritt der Arbeiten zur Verbesserung der Standsicherheit eines Hochspannungsmastes am östlichen Ortsausgang von Egringen.

Zunächst galt es, den 40 Meter hohen Mast, der in den sechziger Jahren gebaut wurde, mit Abspannseilen, die durch riesige "Legosteine" aus Betonguss beschwert wurden (die BZ berichtete), zu sichern. "Die Seile übernehmen die Stabilität, solange die Fundamentplatte fehlt", schildert Zilly, der im Auftrag der Netze BW GmbH, einer Tochter des Energieversorgers EnBW, die Arbeiten überwacht. Die Netzbetreiberin saniert derzeit die Stahlgitterkonstruktionen sämtlicher 184 Masten, die zwischen Schwörstadt und Tunsel den Strom übers Land leiten. "Bei einigen ergaben statische Neuberechnungen, dass zusätzlich auch die Fundamente verstärkt werden müssen". Denn im Laufe der Jahrzehnte können sich Windlast- sowie Eislastkorridore verschieben, nennt Zilly einen der Gründe für die Fundamentverstärkung. In Egringen betrifft dies gleich zwei Masten.

Eisenstangen im Korsettmuster

Inzwischen wurde das alte Fundament freigelegt, weg gespitzt und über eine eigens angelegte Baustraße aus bodenschonenden Baggerplatten entsorgt. Vergangene Woche kam dann die sogenannte "Sauberkeitsschicht" in die Grube. Dieser Magerbeton gibt den Arbeitern der Spezialfirmen Neo-Nisk (Karlsruhe) und I.F.M. Stahlbau (Bietigheim-Bissingen) sicheren Stand und ermöglicht die präzise Platzierung von Abstandshaltern, die verhindern, dass die Stahlarmierungen in Kontakt zum Boden kommen. Denn dadurch würden sie schneller rosten. Auf diese Abstandshalter legten die Männer gestern dann Unmengen von vorgefertigten Eisenstangen in einem ausgeklügelten Korsettmuster. Heute, Donnerstag, kommt dann nach der Ausschalung der Grube die nächste Betonschicht darüber. Da selbst dann noch die Gefahr bestehe, dass das Eisen im Boden "arbeite", sichern Betonköpfe, die in einem dritten Betoniergang aufgebracht werden, das Fundament vor Korrosion, erklärt Zilly.

Wenn alles wieder mit Erdreich bedeckt sei, könne man nächste Woche mit den Abbauarbeiten beginnen – und den zweiten Egringer Mast auf der anderen Seite der Landesstraße, Richtung Schallbach gelegen, in Angriff nehmen, ergänzt Schraivogel. Voraussetzung dafür sei, dass das Wetter mitspiele. Übrigens: Nur beim An- und Abspannen der Sicherungsseile muss der Strom kurzzeitig abgeschaltet werden, was aber so geschieht, dass es die Kunden nicht spüren.