"Baustoff-Diktat für Holz"

Mauerstein-Industrie will juristisch gegen das Land vorgehen

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Fr, 26. April 2019 um 07:55 Uhr

Südwest

Sie will die "Holzbau-Offensive" Baden-Württembergs nicht hinnehmen, weil die Initiative Verfassungsgrundsätze "über den Haufen" werfe – und Steuergeld verschwende.

Ein "Baustoff-Diktat für Holz" sieht die Mauersteinindustrie in der "Holzbau-Offensive" des Landes Baden-Württemberg – und das will sie nicht hinnehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau kündigte jetzt juristische Schritte gegen das Land an, weil es mit dieser Initiative Verfassungsgrundsätze "über den Haufen" werfe und gezielt in den Wettbewerb zugunsten der Holzindustrie eingreife.

Das Land, sagt der Rechtsexperte des Interessenverbands, Jörg Schmidt-Wottrich, verstoße auch gegen sein Haushaltsrecht, wenn es den eigenen Behörden Holzbauweise vorschreibe: Weil Holzbauten im Schnitt zehn Prozent teurer seien als Massivbauten aus Stein, würde auf diese Weise Steuergeld verschwendet. Im Übrigen liege der tatsächliche Holzanteil beim Holzhaus "meistens nur bei sieben bis zehn Prozent".

Mehr zum Thema: