Erster Weltkrieg

Max von Baden – der Monarchist, der die deutsche Monarchie beendete

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Do, 08. November 2018 um 18:00 Uhr

Südwest

BZ-Plus Max von Baden hat zum Untergang des Reiches einen kleinen, aber entscheidenden Part beigetragen: Er verkündete am 9. November 1918 die Abdankung des Kaisers und übergab die Regierungsgeschäfte an Sozialdemokrat Friedrich Ebert. Seine wohl mutigste und letzte Tat in diesem Amt.

"Von 9 Uhr ab Gespräch mit Spa. Man verhandelt über die Abdankung. Direkte Verbindung war mit dem [Großen] Hauptquartier hergestellt. Große Nervosität. Max kam nur einige Male während des Gespräches in das Zimmer, in dem telefoniert wurde. Irgendeiner (. . .) reckt die Faust gen Himmel und stöhnt: Oh wenn das Schwein nur endlich ginge. Die Nervosität wird zur Siedehitze. (. . .) Auf einmal heißt’s: Er hat abgedankt."

Das "Schwein", das da endlich gehen soll, ist nichts weniger als der noch amtierende deutsche Kaiser Wilhelm II., der nach seinem eigenen Verständnis an diesem 9. November 1918, über den das Zitat aus der Reichskanzlei berichtet, auch nicht abgedankt hat. Dennoch lässt dies der von ihm einen Monat zuvor eingesetzte Reichskanzler Max von Baden offiziell verkünden: dessen wohl mutigste Tat – und auch eine seiner letzten in diesem Amt.

Mittags kurz nach 12 Uhr übergibt von Baden die Regierungsgeschäfte an Friedrich Ebert als neuem Reichskanzler. Mit dem Sozialdemokraten beginnt die Geschichte der ersten deutschen Demokratie, die man später die Weimarer Republik nennen sollte: Philipp Scheidemann, ebenfalls SPD, ruft, ohne Absprache mit Ebert, knapp zwei Stunden später, in einem Fenster des Reichstags stehend, die Republik aus. Am Kaiser, der im belgischen Spa bei der Obersten ...

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