Michael Witte fühlt sich wohl auf dem Kulturforum

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 15. Juni 2019

Offenburg

LEUTE IN DER STADT: Der 51-Jährige ist seit Januar Leiter der Kunstschule Offenburg / Nachfolger von Heinrich Bröckelmann.

OFFENBURG (BZ). Seit Januar ist Michael Witte Leiter der Kunstschule Offenburg. Als Triumvirat bildet er gemeinsam mit Veronika Pögel, Bereichsleiterin der Erwachsenenkunstschule, und Almut von Koenen, Bereichsleiterin der Jugendkunstschule, das pädagogische Team. Begeistert ist der 51-Jährige von der landes- und kommunalpolitischen Unterstützung der kulturellen Einrichtung und dem Kulturforum als Glücksfall für die Kunstschule. Nach seinem Kunststudium an der Kunsthochschule Mainz hat er zunächst in der kulturellen Jugendbildung und Jugendberufshilfe in Mainz und Wiesbaden gearbeitet, bevor er sich im Rahmen eines Aufbaustudiums zum Kunstpädagogen an der Uni München weiterbildete. Im Landkreis Straubing-Bogen baute er als privates selbstständiges Unternehmen eine Kunstschule auf und wurde Vorstandsmitglied im Landesverband der Jugendkunstschulen in Bayern.

"In Bayern werden Jugendkunstschulen vom Land nicht institutionell gefördert und von Kommunen nur teilweise unterstützt. Das läuft bis auf wenige Ausnahmen privatwirtschaftlich oder ehrenamtlich im Verein ab", erklärt der Kunstpädagoge. Er ist begeistert, was da alles in Baden-Württemberg läuft, insbesondere in Offenburg. "Hier hat sich die Kommune bewusst für ein kulturelles Profil entschieden, und das seit nunmehr rund 30 Jahren." Er sei von Anfang an beeindruckt gewesen. Das Kulturforum als Standort sei ein echter Glücksfall und dadurch ein Alleinstellungsmerkmal im ganzen Land. Manch größere Stadt in Baden-Württemberg verfüge nicht über eine solche Einrichtung mit diesem qualitativ sehr hohen Angebotsspektrum, freut sich der 51-Jährige.

Aber nicht nur die erstklassige berufliche Perspektive, auch die Lage Offenburgs mit Frankreich in unmittelbarer Nachbarschaft und die traumhaft schöne Landschaft mit dem milden, fast mediterranen Klima haben es Witte und seiner Frau angetan: Seit dem 2. Januar genießen sie ihr Zuhause in Ortenberg, direkt unterhalb des Schlosses.

Die gemeinsame Steuerung zu dritt mit Veronika Pögel und Almut von Koenen funktioniere bestens, mit zum Team gehören Annette Armbruster und Monique Reiser, betraut mit Sekretariatsarbeiten, sowie Dimitri Merlin und Silvio Schönbroich, beide tätig für interne Hausdienste.

Rund 50 aktive Dozentinnen und Dozenten reihen sich dazu als Freiberufler ein. Weiter gehören in seinen Aufgabenbereich die Programmentwicklung, die Gremienarbeit, der Austausch mit den städtischen Dezernaten, Kontaktpflege zum Landesverband der Kunstschulen sowie Öffentlichkeitsarbeit und Gewinn von neuen Kursen und Projektmitteln. "Wir arbeiten derzeit im Team intensiv daran, den offenen Programmbereich zu stärken und die Ateliers inhaltlich aufzuwerten", erklärt Witte. Genaueres wolle er noch nicht verraten.

Sein entwickeltes Zukunftskonzept: Schulen für die nachhaltige Zusammenarbeit mit der Kunstschule gewinnen.

Auch Menschen mit Behinderung sollen noch mehr Angebote bekommen, benachteiligte Gruppen in Zusammenarbeit mit den Stadtteil- und Familienzentren ebenfalls den Zugang zur Welt der Künste finden. Außerdem soll es Fort- und Weiterbildungsangebote in naher Zukunft für Erzieher/innen sowie Lehr- und Betreuungskräfte geben, um entsprechende Angebote in ihren Einrichtungen anbieten zu können. Dies liege ihm sehr am Herzen. Michael Witte: "Kunst ist ein weites Feld, auf dem jeder seinen Platz finden kann."