Feuerwehr-Einsatz

Laborbrand im Solar-Info-Center

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Sa, 25. Februar 2017

Freiburg

Mehrere Feuerwehrleute bei Einsatz durch Säure verletzt / Schaden in Millionenhöhe / Hunderte Beschäftigte in Sicherheit gebracht.

Die Feuerwehr hat am Freitagvormittag einen Brand im Gebäude des Solar-Info-Centers an der Neuen Messe unter Kontrolle gebracht. Beim Großeinsatz in der Emmy-Noether-Straße wurden mehrere Feuerwehrleute durch Kontakt mit giftiger Säure verletzt. Gegen 11 Uhr brannte in einem Labor des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE), das sich im Solar-Center befindet, eine Leitung durch. Das Gebäude wurde evakuiert, der Bereich an der Neuen Messe und Technischen Fakultät für mehrere Stunden abgesperrt.

"Wir dachten alle erst an einen Probealarm", sagt eine Mitarbeiterin am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme. Doch als sie und ihre Kollegen auf der Straße waren, konnten sie sehen, warum im Solar-Info-Center ein Feueralarm ausgelöst wurde. Eine meterhohe Rauchwolke sorgte rund um die Messe und im Freiburger Westen am Freitag für Aufsehen. "Das sah schon ziemlich krass aus", berichten auch Doktoranden, die gegenüber an der Technischen Fakultät aus ihren Institutsgebäuden schauten. "Plötzlich haben immer mehr Leute gesagt, dass das Solar-Center brennt. Wir sind fast alle auf die Straße runter", erzählt einer. Nach Angaben von Feuerwehr und Polizei ist der Brand in einem Labor im Untergeschoss des linken Gebäudeteils entstanden. Dort befinden sich Räume des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme. Wie Polizeisprecherin Laura Riske mitteilte, brannte im Labor eine Leitung für chemische Stoffe durch. Das führte zu einem Austritt von mehreren chemischen Substanzen. Laut Rettungskräften gehörte dazu auch eine hochgiftige Flusssäure.

Bei dem Labor soll es sich nach Informationen der BZ um ein sogenanntes Technikum handeln. In einem solchen Versuchslabor werden Apparate und Maschinen unter Betriebsbedingungen getestet. Teil des Technikums ist ein Reinraumlabor. Der Laborbrand und der Austritt der chemischen Stoffe sorgten für eine starke Rauchentwicklung, von der die linke Gebäudehälfte des Solar-Centers in Mitleidenschaft gezogen wurde. Ein Großteil der Fassade wurde verkohlt.

Beim Großeinsatz der Feuerwehr wurden nach Angaben des Malteser Hilfsdienstes sechs Feuerwehrleute verletzt. Sie befanden sich zum Teil bis Freitagabend zu Untersuchungen im Uniklinikum. Laut Einschätzung der Polizei sind die Feuerwehrmänner bei ihrem Einsatz mit der Säure in Berührung gekommen. Durch die Kontaminierung mit Löschwasser hätten sie sich Verletzungen zugezogen, so Riske.

Die Polizei hatte wegen des chemischen Geruchs zuvor Bewohner in Brühl-Beurbarung gebeten, Fenster geschlossen zu halten. Die Madisonallee zwischen Engesserstraße und Berliner Allee sowie die Emmy-Noether-Straße wurde von der Polizei bis zum frühen Abend komplett gesperrt. Wann die Mitarbeiter in das Institut zurückkehren können und wie hoch der auf Millionen geschätzte Schaden genau ist, konnte das ISE am Freitag auf Nachfrage nicht beantworten.