Brasilien

Ministerin in Bolsonaros Kabinett: "Ich bin als rechte Aktivistin quasi schutzlos"

Tobias Käufer

Von Tobias Käufer

Sa, 24. August 2019 um 12:50 Uhr

Ausland

BZ-Plus Die evangelikale Pastorin Damares Alves gilt als eine der wichtigsten Ideologinnen der neuen Regierung Brasiliens. Unser Korrespondent hat die Ministerin für Frauen, Familie und Menschenrechte besucht.

BZ: Frau Ministerin, Sie sind umstritten, gelten als eine Figur, die polarisiert und provoziert. Woher kommt dieser Ruf?
Alves: Das Neue ist manchmal unbequem. Und ich bin neu. Aber ich bin nur die Stimme dessen, was schon existiert. Fast alle umstrittenen Zitate, die von mir existieren, stammen aus meiner Zeit als evangelikale Pastorin und Aktivistin, nicht als Ministerin. Vieles habe ich vor 20 000 Menschen in der Kirche gesagt. Wenn diese Leute damit nicht einverstanden wären, wären sie aufgestanden und gegangen. Aber sie sind geblieben. Ich spreche zu einem Teil des Volkes, und der andere Teil versucht, das dann in eine Polemik umzudrehen. Es werden dann Teile meiner Aussagen herausgenommen und aus dem Kontext gerissen. Aber damit helfen sie mir nur, das ist nicht clever. Denn meine Worte spiegeln das Denken eines großen Teiles des brasilianischen Volkes wieder.

BZ: Wie würden Sie sich denn selbst beschreiben?
Alves: Wir haben in Brasilien konservative Frauen, wir haben in dieser Nation christliche Frauen, die unterdrückt, ignoriert und vergessen wurden. Ich bin eine von ihnen, die nun an die Macht gekommen ist. Das stört einige, weil immer erwartet wurde, dass eine Ministerin in meiner Position so wie früher sei. Aber ich bin anders, und diese Regierung ist anders, das ist eine unübliche Regierung. Es ist eine ungewöhnliche Regierung für ungewöhnliche Zeiten. Viele sind erschrocken, weil wir neu sind.

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