Mit Aufklärung gegen Kiesgärten

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 09. Juli 2020

Lörrach

Freie Wähler wollen kein Verbot, CDU will abwarten.

(BZ). Die Grünen-Fraktion hatte beantragt, Schottergärten im Sinne des Artenschutzes zu verbieten. Die Stadt will nun in künftigen Bebauungsplänen festschreiben, dass private Grundstücksflächen naturnah zu gestalten seien. Gegen bestehende Schottergärten soll nicht vorgegangen werden, es soll aber verstärkt aufgeklärt werden. Das Thema kommt am Donnerstag in den Gemeinderat.

Die CDU-Stadtratsfraktion sieht keinen Sinn darin, auf kommunaler Ebene eine Entscheidung zu treffen, weil im Landtag noch vor der Sommerpause eine Gesetzesnovelle dazu zur Debatte steht. Man wolle abwarten, ehe die Stadt eine Initiative unternähme.

Auch die Freien Wähler wollen laut einer Mitteilung verhindern, dass in Lörrach immer mehr Gärten fast ausschließlich mit Steinen und Kies gestaltet werden, das Ziel aber durch Aufklärung erreichen. Ziel müsse sein, dass Grundstücksbesitzer das Anlegen eines Schottergartens als peinlich empfinden, weil es eine "ökologische Sünde" sei, sagt der Fraktionsvorsitzende Matthias Lindemer. Fördern wollen die Freien Wähler dagegen "den Mut zum verwilderten Garten." Die Fraktion weist darauf hin, dass der Begriff "Schottergarten" rechtlich unpräzise sei, daher sei es gut, dass die Stadt die Formulierung aus der Landesbauordnung übernehme. Danach müssen Gärten auf bebauten Grundstücken als Grünfläche angelegt werden. Thomas Denzer hält fest, dass Teilflächen mit Kies technisch und ökologisch sinnvoll sein könnten. So hielten sich Eidechsen und Blindschleichen gerne auf besonnten Kiesflächen auf.