Mit dem Altertum in der Neuzeit landen

Ulrich Senf

Von Ulrich Senf

Fr, 13. September 2019

Weil am Rhein

Museum in der Alten Schule will bis 2022 die neue Dauerausstellung präsentieren / Online-Angebote sollen Interesse wecken.

EFRINGEN-KIRCHEN. Bis die Neukonzeption der Dauerausstellung im Museum Alte Schule eröffnet werden kann, wird es noch einiges dauern. Ziel, so Museumsleiterin Maren Siegmann, sei der Herbst 2022. Dann öffnet die nächste Netzwerkausstellung der Museen am Oberrhein ihre Türen und dabei will Efringen-Kirchen in jedem Fall vertreten sein – um sich öffentlichkeitswirksam zu präsentieren, aber auch, um von dem dafür konzipierten Online-Museums-Angebot profitieren zu können.

"Die Kombination von historischen Inhalten und moderner digitaler Präsentation ist mir schon lange ein Anliegen. Nun bietet sich die Möglichkeit, hier einen großen Schritt voranzukommen", erklärt Maren Siegmann. Was für ein kleines Museum, auch aufgrund des fehlenden technischen Knowhows, fast nicht zu stemmen wäre, das könne im Verbund der Museen, die am Museumspass teilnehmen, nun bis zur nächsten Netzwerkausstellung Realität werden, freut sie sich: Die Möglichkeit, mit Onlineportalen oder QR-Codes Denkmäler und Ausstellungsstücke in einen lebendigen Kontext zu setzten. Welche Schätze sich damit gerade in Efringen-Kirchen erschließen lassen würden, davon kann Siegmann bisher nur träumen. "Wir haben hier so viele tolle Anlaufstellen, so viele Zeugnisse der Vergangenheit, die bisher kaum beachtet werden, manchmal deswegen auch kurz vor dem Verfall stehen oder aus Unwissenheit der Zerstörung preisgegeben werden. Die könnten plötzlich zu spannenden Treffpunkten werden und damit einen ganz neuen Blick auf die reiche Kulturlandschaft eröffnen", skizziert Siegmann das, was sie sich von dem technischen Sprung erhofft.

Wichtigste Voraussetzung dafür, dass Efringen-Kirchen an dem Projekt partizipieren kann, ist aber, dass die neue Dauerausstellung spätestens bis Herbst 2022 fertiggestellt ist. "Nur Sonderausstellungen oder eben neu konzipierte Dauerausstellungen schaffen es in den Ausstellungskatalog und damit in die vielen Flyer zu der Netzwerkausstellung, die sich mit dem Rhein beschäftigt", erklärt Siegmann. Selbstverständlich, dass das für sie Ansporn ist, die Konzeption möglichst rasch voranzutreiben.

Doch das sei leichter gesagt als getan, relativiert sie die Erwartungen. Noch befinde sie sich im Stadium der Grundlagenforschung. Bei einer ersten Sichtung eines kleinen Teils der der rund 2000 Urkunden, in denen Orte auf der Gemarkungsfläche genannt werden, hat Siegmann nämlich feststellen müssen, dass relativ viel von dem, was in den vorhanden Ortschroniken zu lesen ist, einer historisch korrekten Überprüfung nicht standhält.

Kein Wunder, dass die promovierte Historikerin, die über frühmittelalterlichen Perlenschmuck promovierte, sich da nicht auf die dünne Informationslage verlassen will, sondern es sich zum Ziel gesetzt hat, die Fakten zu korrigieren. Die Alternative wäre, "das nachzuplappern, was schon falsch in den alten Chroniken stand."

Mit dem selbstgesetzten Anspruch stoße sie aber mit der 60-Prozentstelle (50 Prozent fürs Museum und 10 Prozent fürs Archiv) an Grenzen. Während es etwa über Maugenhard nur ganz wenige Urkunden gibt, Siegmann spricht von einer einstelligen Zahl an Dokumenten, ufere hingegen die Nennung von Istein rasch aus. Hunderte von Urkunden gelte es hier zu sichten, zu entziffern und dann zueinander in einen schlüssigen Zusammenhang zu setzen.

"Nicht einfach nachplappern, was falsch in den alten

Chroniken steht"

Ein kontinuierliches Arbeiten an dem Thema sei angesichts der vielfältigen anderen Aufgaben, die an sie herangetragen werden und zu denen etwa auch Führungen oder das Ausrichten des Tags des Geotops im Jaspisbergwerk gehören, kaum möglich. Da gebe es Wochen, in den sie kaum dazu komme, Grundlagenforschung zu betreiben oder gar das Konzept für die Umgestaltung weiterer Zimmer voranzutreiben. Die Netzwerkausstellung zum Rhein im Rahmen des Museumspasses käme da gerade recht, um hier für neue Impulse zu sorgen.