Mit einem Hauch Bollywood

Gabriele Rasenberger

Von Gabriele Rasenberger

Sa, 02. November 2019

Steinen

Der christliche Jugendverein Adonia führte das Musical "Wie Gott mir, so ich dir" in Steinen auf.

STEINEN-HÖLLSTEIN. " 77 – Wie Gott mir, so ich dir", so lautet der Titel des neuen christlichen Musicals der Jugendorganisation Adonia, das in der Wiesentalhalle unter Leitung von Markus Heusser seine Uraufführung erlebte. 70 Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 19 Jahren sangen, tanzten und spielten mit viel Begeisterung ein biblisches Gleichnis, das in die heutige Zeit umgesetzt war. Eine Live-Band unterstützte das Ganze musikalisch.

Eingeladen zu diesem fröhlich-bunten Musical-Event hatte die evangelische Allianz Steinen. Unter den Chormitgliedern befanden sich auch fünf Jugendliche aus Steinen: Sophie Hoffmann, Amelie Hornecker, Janne und Mia Oehring und Mira Richert.

Adonia-Regisseur Heusser lässt das Musical, dessen Geschichte sich grob am biblischen Gleichnis vom hartherzigen Schuldner orientiert, im heutigen Indien spielen. Seine Erklärung "Ich wollte ein Land mit einem Herrscher, das gleichzeitig modern ist." Und so zog mit dem christlichen Musical auch ein wenig Bollywood-Flair in die Höllsteiner Halle ein. Bei der von der Bibel adaptierten Geschichte geht um eine arme, unzufriedene Familie, die sich beim großzügigen Maharadscha immer wieder Geld leiht, damit aber nicht umgehen kann. Der Herrscher rät Schamal und seiner Frau Schanila: "Geht weise mit dem um, was ich euch anvertraue, setzt euer Leben für das Gute ein." Doch die Familie von Schamal missachtet den Rat und vergeudet das Geld. Das Ehepaar wird hartherzig und kalt, Menschen mit weniger Geld gelten nichts mehr. Dies bekommt auch eine Rosenverkäuferin zu spüren, die mit einem großen Schein verschwindet. Nach fünf Jahren ist die Zeit der Abrechnung vor dem Maharadscha gekommen. Die Familie ist pleite, der Herrscher lässt sie trotzdem frei. Als jedoch Schanila die Rosenverkäuferin ins Gefängnis bringen will, ist der sonst gütige Herrscher ebenso hartherzig mit der Familie von Schamal.

Die biblische Botschaft wurde auch erklärt: Es geht nicht ums Geld, es geht darum, dass wir vergeben. So, wie wir zu vergeben bereit sind, so vergibt auch Gott. Im Musical ist genauso klar die weltliche Botschaft zu erkennen: Geld kann Menschen verändern – und nicht immer zum Guten.

Die Macht des Geldes war vor Ort übrigens tatsächlich zu spüren: Als die jungen Darsteller in der Wiesentalhalle mit bedruckten Scheinen um sich warfen, sammelten Kinder, die den Unterschied nicht erkannten, sofort das vermeintliche Geld auf. Eingegangen wird im Musical auch auf illegales Tun der heutigen Jugend. So bekommt die Tochter der Familie eine zivilrechtliche Klage wegen illegalen Downloads. Das alles wird sehr gut und locker in die Geschichte eingebaut.

Die Musik, die Texte und Tänze kamen beim begeisterten, jungen Publikum gut an. Einige Tänze erinnerten an die bunten Massenszenen in Bollywood-Filmen. Die Lieder sind schwungvoll, zum Teil wurde im Takt mitgeklatscht. Das Publikum, das nicht nur aus dem Kreis, sondern auch aus der Schweiz und aus Frankreich nach Steinen gekommen war, war begeistert, wollte zum Schluss noch Zugaben, einige Zuschauer pfiffen, weil ihnen die Aufführung sehr gut gefallen hatte. "Eine Wahnsinns schauspielerische Leistung", meinte eine Frau später. Auch Markus Heusser fand sein Stück, so wie es erstmals in Steinen aufgeführt wurde, gut. "Hammer" war sein Kommentar. Jetzt wird "Wie Gott mir, so ich dir" durch die ganze Republik reisen.

Die weiteren Termine stehen demnächst auf der Homepage unter http://www.adonia.de/