Mit einem lauten dreifachen "Glückauf!" begrüßt

Nikolaus Bayer

Von Nikolaus Bayer

Do, 19. November 2020

Winden im Elztal

Durchbruch am Rettungsstollen West des Brandbergtunnels / Drei Monate Arbeit für 173 Meter / Mineure stiegen aus der Felsöffnung.

Am gestrigen Mittwochmorgen, gegen neun Uhr, war es soweit. Beim Tunnelbau in Oberwinden gab es den dritten Durchschlag. An der Engstelle ist nun auch für den Rettungsstollen West der Durchbruch geschafft.

Vertreter des Regierungspräsidiums, die technische Bauaufsicht, Projektleiter, Bürgermeister und die Tunnelpatin standen vor dem hohen Felsen, als die Mineure und Capo Isidor Moser – einer nach dem anderen – durch das kleine Felsloch ins Freie stiegen. Mit einem dreifachen "Glückauf!" wurden sie begrüßt. Wie es das Ritual will, brachten sie die Barbara-Statue mit und überreichten sie Tunnelpatin Marita Schmieder und Daniel Haber-stroh. Bürgermeister Klaus Hämmerle servierte eine Runde "Tunnelwasser", mit dem auf die Arbeit angestoßen wurde.

Drei Monate haben die jeweils vier Mineure einer Schicht für den 173 Meter langen Rettungsstollen gebraucht. Er wird 3,20 Meter hoch werden. Ganz zuletzt wurde – statt mit zwei – nur mit einem Meter Abschlag gesprengt, sagte Stefan Schneider, der Projektleiter des Baukonsortiums. Der Tunnel führt an der Ortsbrust schräg auf die Felsformation. Dies hatte zur Folge, dass man beim Durchschlag zunächst einseitig und mit einer kleinen Öffnung "ans Licht kam", auf der rechten Seite aber noch drei Meter Fels stehen blieb. Die Stelle des künftigen Eingangs des Rettungsstollens wurde sofort und vorsorglich mit einer Schicht Spritzbeton gesichert.

Im Haupttunnel beginnt – nach dem Umbau der Entlüftungsanlage – ab Januar der rückwärtige Abbau von Strosse und Sohle. Für die Ausbringung des Rettungsstollens und seine sechs Meter hohe Schleuse musste dort aber bereits tief, im Bereich der Strosse, gegraben werden.