MIT GEWINN LEBEN: Unwetter und Steuern

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 28. August 2021

Wirtschaft

Materielle Schäden kann man geltend machen.

Häuser und Autos wurden weggeschwemmt, Bäume stürzten um, Hunderte Keller liefen voll: Extreme Unwetter haben im Juli zu enormen Schäden, Verletzten und sogar Todesopfern geführt. Wenn keine Versicherung einspringt, können die Kosten zur Schadensbekämpfung eventuell von der Steuer abgesetzt werden. Für Vermieter gilt: Sie geben in ihrer Steuererklärung grundsätzlich die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung an und können hier in der Regel auch die Reparaturen aufgrund unwetterbedingter Schäden als Werbungskosten geltend machen. Eine zweite Möglichkeit für Vermieter: Unter Umständen können Sie auch eine Sonderabschreibung realisieren, wobei das vom Einzelfall abhängt und am besten von einem Einkommenssteuerexperten zu prüfen ist. Für Selbstnutzer oder Mieter ist das Ganze recht kompliziert, auch wenn sie Kosten, die im Zusammenhang mit Unwetterschäden entstehen, unter bestimmten Bedingungen als außergewöhnliche Belastungen in die Steuererklärung eintragen können. Konkret handelt es sich dabei um Kosten für Reparaturen, die existenziell wichtige Bereiche an der Immobilie betreffen (zerbrochene Fensterscheiben oder unterspülte Grundmauern); und auch um Kosten für die Anschaffung von Möbeln, Hausrat oder Kleidung, die durch die unwetterbedingten Schäden nutzlos geworden sind. Die Bedingungen dafür sind recht komplex. Unser Tipp: Betroffene sollten sich Rat bei einem Steuerexperten holen.

Jörg Strötzel ist Steuerberater und
Vorstandsvorsitzender der Vereinigten
Lohnsteuerhilfe (VLH). Sie erstellt für
Mitglieder die Einkommensteuererklärung. Beratungsstellen: http://www.vlh.de