Stellenmarkt

Mit Power durch die Pandemie: Wo sind die südbadischen Jobmotoren?

Jörg Buteweg

Von Jörg Buteweg

Di, 05. Januar 2021 um 12:06 Uhr

Wirtschaft

Die Badische Zeitung und ihre Partner zeichnen Firmen aus, die vergangenes Jahr mit cleveren Ideen besonders viele neue Stellen geschaffen haben – trotz Pandemie.

Welche Unternehmen in Südbaden haben 2020 trotz der Corona-Pandemie viele zusätzliche Stellen geschaffen? Mit welchen Ideen haben sich Firmen in der Krise über Wasser gehalten? Das wollen die Badische Zeitung und ihre Partner beim Wettbewerb Jobmotor ermitteln, der zum fünfzehnten Mal ausgetragen wird.

Wirtschaftlich war 2020 ein katastrophales Jahr. Schon vorher standen die Zeichen für die Autoindustrie auf Stagnation, dann kam im Frühjahr das Virus und brachte das öffentliche Leben und das Wirtschaftsleben zum Stillstand. Um die fünf Prozent Minus bei der Wirtschaftsleistung erwarten die Experten, wobei die Effekte des zweiten Lockdowns noch gar nicht richtig abzuschätzen sind.

Wir, die Badische Zeitung und ihre Partner, glauben aber, dass es trotz der Krise in der Region Firmen gibt, die gute Geschäfte gemacht haben. Wir wollen wissen, welche Unternehmen in Südbaden im zurückliegenden Jahr viele zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen haben. Deshalb veranstalten wir den Wettbewerb Jobmotor. Wir verleihen einen Preis an diejenigen Betriebe in unserer Region, die im abgelaufenen Jahr die meisten Arbeitsplätze schufen.

Preise werden in 3 Kategorien vergeben

Skeptiker mögen sagen: Neue Jobs in der Krise, das ist unrealistisch. Aber die Erfahrung aus früheren Runden des Wettbewerbs Jobmotor zeigt: Selbst in der Krise 2009, als die deutsche Wirtschaftskraft um fast fünf Prozent schrumpfte, haben die Betriebe in Südbaden neue Arbeitsplätze eingerichtet. Damals nahmen 58 Unternehmen am Wettbewerb teil, die insgesamt 1097 neue Jobs schufen.

Es ist allerdings ein Unterschied, ob ein kleiner Handwerksbetrieb neue Stellen einrichtet oder ob ein großes Industrieunternehmen seine Belegschaft aufstockt. Damit nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden, wird der Preis in drei Kategorien vergeben: für Betriebe mit bis zu 19 Beschäftigten, mit 20 bis 199 Beschäftigten und für Betriebe mit 200 oder mehr Beschäftigten. Gezählt werden alle sozialversicherungspflichtigen Stellen, ob Teilzeit oder Vollzeit – auch Lehrstellen, nicht aber Minijobs.

Preisverleihung mit Tradition

Der Wettbewerb geht in die fünfzehnte Runde und in den Jahren, seit wir den Wettbewerb ins Leben gerufen haben, hat sich die Situation am Arbeitsmarkt grundlegend gewandelt. In der ersten Zeit ging es darum, der Zahl von fünf Millionen Arbeitslosen in der Bundesrepublik Beispiele entgegenzustellen, die zeigen, dass es mit den Arbeitsplätzen in Deutschland nicht ständig abwärtsgeht. Nach dem Einbruch 2009 setzte die Wirtschaft zu einem zehn Jahre dauernden Höhenflug an. Die Arbeitslosigkeit sank stetig. Das große Thema in vielen Firmen war, Fachkräfte zu finden und genug Nachwuchs auszubilden.

In der Pandemie hat sich die Situation sozusagen über Nacht erneut gewandelt. Die Arbeitslosigkeit ist höher als vor einem Jahr, viele Beschäftigte sind in Kurzarbeit, die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge ist eingebrochen. Viele Betriebe zögern mit Neueinstellungen, weil die Situation so unübersichtlich und ein Ende der Beschränkungen nicht absehbar ist.

Bewerbungen bis 31. Januar möglich

Anders als in den Vorjahren steht für viele Betriebe derzeit deswegen nicht die Frage im Mittelpunkt, wie man die begehrten Fachkräfte und Auszubildende findet und ans Unternehmen bindet. 2020 ging es in vielen Branchen darum, die Firma in der Corona-Krise über Wasser zu halten. Dem tragen wir Rechnung.

Wir prämieren die besten Ideen von Betrieben, denen es gelungen ist, mit neuen oder angepassten Geschäftsmodellen die Krise durchzustehen. Auch dieser Preis wird in den drei Kategorien klein, mittel, groß vergeben.

Bis zum 31. Januar 2021 sind Bewerbungen möglich. Die Teilnahme ist kostenlos. Über die Vergabe der Preise entscheidet eine Jury.

Rückblick

In der vergangenen Wettbewerbsrunde haben die 37 teilnehmenden Firmen insgesamt 1558 neue Arbeitsplätze geschaffen. Seit Bestehen des Wettbewerbs waren es insgesamt fast 18.000 neue Stellen.

Sieger in der Kategorie "Mitarbeiter finden und binden" für kleine Betriebe war im vergangenen Jahr die Freiburger Zeitarbeitsfirma Contempo. In der Kategorie bis 200 Mitarbeiter gewann Moser Fensterbau aus Haslach im Kinzigtal und in der Kategorie für große Firmen trug der Maschinenbauer Zahoransky aus Todtnau den Sieg davon.

In der Kategorie "Neue Mitarbeiter" siegte bei den kleinen Firmen die Freiburger Firma Sorg Hörsysteme, in der Kategorie bis 200 Mitarbeiter lag der Medizintechnik-Hersteller Intuitive Surgical an der Spitze und in der Kategorie für große Firmen trug die 2019 neu eröffnete Wasserwelt Rulantica des Europa-Parks den Sieg davon.

Der Jobmotor wird seit dem Jahr 2006 gemeinsam veranstaltet von der Badischen Zeitung, den Industrie- und Handelskammern (IHK) Südlicher Oberrhein, Hochrhein-Bodensee und Schwarzwald-Baar-Heuberg sowie der Handwerkskammer Freiburg und dem Wirtschaftsverband Industrieller Unternehmen Baden (WVIB).
Informationen zum Wettbewerb sowie das Anmeldeformular finden Sie unter http://www.badische-zeitung.de/jobmotor