Objekte und Installationen

Monika Schmid aus Freiburg zeigt ihre vegetabilen Arbeiten in Lahr

Juliana Eiland-Jung

Von Juliana Eiland-Jung

Di, 22. Oktober 2019

Lahr

Monika Schmid zeigt in der Städtischen Galerie Lahr Objekte, die gut zur Chrysanthema passen.

LAHR. Es ist eine Ausstellung, die besonders gut zur gerade stattfindenden Chrysanthema in Lahr passt: Die "schwerelos"-Arbeiten der Freiburger Künstlerin Monika Schmid sind blumig, zart und biegsam, viele bewegen sich, sobald der leiseste Luftzug an ihnen vorüberzieht, einige stellen gar durch ihre Bezeichnungen den Bezug zur Pflanzenwelt her.

"Kokon", "Rhizom", "Kelch" und "Blume der Luft" heißen einige der Werke, die die eher schwierig zu bespielenden Räume in der Städtischen Galerie im Alten Rathaus zauberhaft verwandeln. Die sonst eher störenden braunen Balken und die Dachschräge eigenen sich hervorragend, um Schmids Draht-Skulpturen frei im Raum aufzuhängen und so erst richtig zur Geltung zu bringen. Wie Schmetterlinge schweben gelbe Vlies-Stücke in sechseckigen Drahtmodulen, wie Himmelsstückchen schweben blaue Vliese unter einer Drahtwolke.

Die 1955 in Emmendingen geborene Künstlerin hat zunächst in Ton, Stein und Bronze gearbeitet, später mit Peddigrohr "Linien im Raum" gezeichnet und nun immer zarter, immer reduzierter werdende Drahtgebilde zu ihrem Markenzeichen gemacht. Antje Lechleiter nennt in ihrer Einführung Begriffspaare, mit denen man der bewusst auf Handwerklichkeit setzenden Kunst von Monika Schmid näherkommt: Wachsen und Verfall, meditative Ruhe und Bewegung, geometrische Struktur und ihre Auflösung, Realität und Abstraktion. Nervenfasern, Zellstrukturen, Wurzelgeflechte sind die Referenzen, auf die Schmid sich beruft. In einigen Objekten, bei denen die eingefügten, gerissenen Papiere zumindest teilweise verbrannt wurden, verbindet die Künstlerin die beiden grundlegend unterschiedlichen Techniken von Antragen und Abtragen, wobei Begriffe wie Plastik oder Skulptur ohnehin nicht gut auf Schmids Werke passen. Die filigranen Objekte sind "Raumzeichnungen" (Lechleiter), denen durch die Bewegung, die Beleuchtung und den daraus entstehenden Schattenwurf noch weitere Dimensionen hinzugefügt werden. Bei einem "Korpus" genannten, messing-glänzenden Objekt, das in einer Raumnische im Dachspitz präsentiert wird, drängt sich trotz der Größe ein Vergleich zu Schmuck auf. Eine Ausstellung der Leichtigkeit und Anmut.

Schwerelos. Monika Schmid. Städtische Galerie Lahr, Kaiserstraße 1 (Altes Rathaus). Bis 24. November, Di. – So. 16 bis 18 Uhr, Sa. und So. 10 bis 13 Uhr.