Mopedli-Rocker rocken die Halle

Bertold Obergföll

Von Bertold Obergföll

Mo, 03. Februar 2020

Ettenheim

Junge Talent, erfahrene Akteure und eine neue Lichttechnik sorgen beim Brauchtumsabend der Gelruewe-Ritter für Stimmung.

ETTENHEIM-MÜNCHWEIER. Viele junge Fasnachtstalente, erfahrene Bühnenakteure und die neue Lichttechnik haben die Besucher beim Brauchtumsabend der Gelruewe-Ritter in der Festhalle begeistert. "Come on everybody" forderte die Dancing Generation zum Auftakt das Publikum auf, mitzumachen und mitzuklatschen. In ihren rot-weiß leuchtenden Kostümen und den Pettycoats brachten sie mit dem Rock’n’Roll-Klassiker ihr Publikum zum Swingen.

Die moderne Form der alemannischen Fasent blitzte in einem Beitrag von Elisa Weber und Marcus Ibig auf, in dem sie das Publikum mithilfe von großformatigen Fotos und witzigen, ortsbezogenen Texten über Fake-News oder Wahrheit entscheiden ließen. Ob tatsächlich ein Hai nahe dem Ettenbach gestrandet war oder ein Gelruewe-Ritter dreimal innerhalb kürzester Zeit von einem Blitzer erfasst wurde? Eine Auswertung der SWR-Fernsehserie über Ettenheim habe jedenfalls gezeigt, dass die höchste kulturelle Dichte der Stadt in Münchweier herrsche. Da konnten sie sich des großen Beifalls sicher sein.

Grips, Gaudi und närrischen Witz boten Harald Sutterer und Gerold Ebert als Mopedli-Rocker beim letztjährigen Schwarzwaldmarathon. Allerdings nicht ohne ihren Zündkerzen-Fachmann Kai Sutterer. "O-o-Motobiene!" schmetterten sie unter den Helmen hervor und nahmen auf ihrem abenteuerlichen Ritt über den Asphalt Ortsvorsteherin Charlotte Götz und Bürgermeister-Stellvertreterin Ulrike Schmidt mit. Nicht nur den Beiden blieb fast der Atem weg. Getreu dem Gelruewe-Motto: Ist das Wetter noch so trübe, immer hoch die gelbe Rübe.

In voller Fahrt ging es weiter mit Disco-Glitzer-Flimmer bei der Dancefloor-Destruction und dem in Reimform vorgetragenen Märchen von Schneemäxchen und den sieben Zwergen. Raubeinige Piraten erstürmten Fahnen schwingend und singend die Bühne der teilrenovierten Halle mit ihrem neuen Bühnenlicht. Tempo und die Dynamik aller Akteure wurden dadurch effektvoll begleitet. Der souverän moderierende Florian Tränkle hatte für die Gelruewe-Ritter vor der Pause weitere musikalische Auftritte parat: Da wagte sich der Narresome im Zirkuskostüm in das Gehege von Löwen und Leoparden und die Hästräger zeigten in sehr trockenem und beißendem Humor ihre Erfahrungen in einer neu eröffneten Lokalität im Ort.

Viel Potential bei jungen Akteuren

Ohne Worte, aber nicht weniger wirkungsvoll kam auch eine Pantomime über einen Kinobesuch daher. Die jungen Akteure in der Zunft machten deutlich, welches närrische Potenzial in ihnen steckt.

Und dass in der Ballett-Gruppe Non-Stop Inklusion selbstverständlich betrieben wird, zeigt, dass die Zunft auf der Höhe der Zeit ist. "Die sind einfach mit dabei, seit Jahren schon," sagte Susanne Zanger, die auf und hinter der Bühne mit ihrem Team für den guten Ablauf des närrischen Abends sorgte.