Museumsbesuch ist wieder möglich – auch spontan

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Mi, 03. Juni 2020

Efringen-Kirchen

Im Lockdown wurden digitale Angebote ausgeweitet / Sparzwang könnte Eröffnung der neuen Dauerausstellung 2022 gefährden.

(hf). Bereits am 6. Mai öffnete Leiterin Maren Siegmann das Museum in der Alten Schule wieder für Besucher – jedoch nur mittwochs von 14 bis 17 Uhr, wenn sie selbst als Aufsicht zur Verfügung steht. Die Sonntagsöffnungen sind momentan nämlich nicht möglich, weil die ehrenamtlichen Aufsichtspersonen zur Corona-Risikogruppe gehören. An den Öffnungstagen hat Siegmann auch Besucher willkommen heißen können, allerdings nur Einzelpersonen oder Paare. Dabei habe sich als Vorteil erwiesen, dass die Dauerausstellung als Rundgang konzipiert ist. Auch mehrere kleine Gruppen könnte man so parallel an den Exponaten vorbei lotsen, ohne dass sie sich begegnen. Deshalb will Siegmann an der Möglichkeit eines spontanen Besuches ohne Anmeldung festhalten.

Im Lockdown hat der Förderverein mit Unterstützung Maren Siegmanns das digitale Angebot des Museums auf der Website deutlich ausgeweitet. Aus Anlass des Museumstages am 17. Mai wurden neue Infos ins Netz gestellt, die nun dauerhaft anklickbar bleiben. So wird an zurückliegende Sonderausstellungen, etwa zu den hallstattzeitlichen Grabhügeln in Winterseiler, zur verschwundenen Rheinbrücke zwischen Kembs und Kleinkems oder zum Schulbetrieb in der Gemeinde in historischer Zeit, erinnert. Die damals erschienen Broschüren wurden digitalisiert und die zu den Sonderausstellungen über das Freie Radio Wiesental ausgestrahlten Radiosendungen mit Maren Siegmann wieder hör- und erlebbar gemacht.

Gut vorangekommen ist man Anfang des Jahres mit der Erfassung der Kleindenkmäler in der Gemeinde. Nach einem ersten Rundgang seien etwa ein Drittel aller denkmalgeschützten Gebäude in der Gemeinde dokumentiert. Zu einem zweiten Rundgang – dafür werden Freiwillige noch gesucht – kam es nicht.

So hatte Maren Siegmann Zeit, um an der Neukonzeption der Dauerausstellung zu arbeiten, wobei sie tief in Archive eintauchte, um sich einen Überblick über die vorhandenen archäologischen Bestände, über alte Urkunden und Dokumente zu verschaffen. Auf so manch spannende Geschichte ist sie gestoßen, einige prägnante Zitate hat sie herausgezogen. Ob angesichts des Sparzwanges, unter dem die Gemeinde aufgrund der wegen Corona zu erwartenden Einnahmeausfälle steht, die neue Dauerausstellung tatsächlich 2020 eröffnen könne, bleibe offen, sagt die Museumsleiterin. Sicher ist aber: An der geplanten regionalen Ausstellungsreihe zum Thema Rhein wird sich Efringen-Kirchen 2022 auf jeden Fall beteiligen. "Da als Gemeinde am Fluss nicht dabeizusein, ist schlicht nicht vorstellbar", sagt die Museumsleiterin, die nun ein "Rhein-Modul" erarbeiten will, das im Rathausfoyer präsentiert werden und später dann in die Dauerausstellung als neues Element integriert werden kann.

Und wann ist das Museum wieder in vollem Umfang besuchbar? "Bis August wird es bei den Mittwochsöffnungen bleiben", informiert Siegmann. Seien nach der Sommerpause die Auflagen so restriktiv wie derzeit, müsse man sich Gedanken über die Installation von Abschirmeinrichtungen zum Schutz der älteren Aufsichtspersonen machen, meint sie.