"Musik ist Trumpf" – beim Eisenbahner Musikverein gilt das Motto

Chantal Zoelly

Von Chantal Zoelly

Di, 27. September 2022

Weil am Rhein

Eine bunte Palette an Blasmusik trifft im katholischen Gemeindehaus auf Mandolinenmusik / Klangvolle Weltreise begeistert das Publikum.

Das Motto "Musik ist Trumpf" zog sich am Samstag beim Jahreskonzert des Weiler Eisenbahner Musikvereins wie ein roter Faden durch das abendfüllende Programm zog. Rund 50 Musikbegeisterte kamen am Freitag in das Gemeindehaus, um den abwechslungsreichen Klängen zu folgen.

Als Auftakt spielte das Blasorchester den "Schwabeblitz", ein Stück, das Dirigent Michael Glünkin während der Corona-Pause komponiert hatte. Anschließend deckte die Kapelle eine große Bandbreite an Stilrichtungen ab. So gab es ein Udo-Jürgens-Medley mit Melodien seiner bekanntesten Stücke, wie "Aber bitte mit Sahne" oder "Mit 66 Jahren". Ein weiteres Highlight war die Polka "Ein halbes Jahrhundert", welche der Schweizer Komponist Very Rickenbacher für seine Blaskapelle Rigispatzen komponiert hatte.

Ein Abba-Medley sorgte für Stimmung. Bekannte Klänge, wie "Mama Mia", "Dancing Queen", "SOS" oder "The Winner takes it all" waren dabei zu hören. Aus dem Musical "Tabaluga" spielten die Bläser das Lied "Nessaja", welches auch unter dem Titel "Ich wollte nie erwachsen werden" bekannt ist.

Der Applaus animierte das Blasorchester zu zwei Zugaben. Die erste Zugabe sei "was ganz Besonderes", erklärte die Musikerin Stefanie Thoma, die den ersten Programmteil moderierte. Denn beim "Wild Cat Blues" von Thomas Waller spielt der Dirigent Michael Glünkin selbst Klarinette, während er gleichzeitig das Orchester dirigierte. Für das schwungvolle Stück gab es viel Applaus. Bei der folgenden Zugabe, dem "Badnerlied", kam dann richtig viel Stimmung auf und viele Zuschauer sangen und klatschen mit.

Der Eisenbahner Musikverein nutzte das Jahreskonzert, um einige seiner Mitglieder zu ehren und zu verabschieden. So ehrte der Vorsitzende Daniel Nösel Paul Philipp für seine zehnjährige Aktivmitgliedschaft und überreichte ihm dafür eine Urkunde. Außerdem wurden in Abwesenheit Alois Fleuchaus und Manfred Lienemann für ihre 60-jährige Passivmitgliedschaft geehrt. Des Weiteren verabschiedete Daniel Nösel drei langjährige Mitglieder, nämlich Hans Präg, Hubert Sontheimer und Jochen Anders. Sie erhielten eine Anstecknadel.

Nach der Pause wechselte die Musik von den Bläsern zu den Mandolinen. Die zehn Mitglieder der Mandolinen-Gesellschaft Weil am Rhein unter der Leitung von Santiago Perdomo führten die Zuschauer im zweiten Programmteil durch rund 300 Jahre Musik aus aller Welt. So spielten die Mandolinisten mit der Begleitung eines Kontrabasses den Walzer "Tramonto" von Giacomo Sartori, einem italienischen Komponisten, der um 1900 lebte. Das andalusische Volksmusikstück "El Vito" soll aus dem 19. Jahrhundert stammen und gilt als Tanzlied, erklärte der Moderator Günter Hosenfeld. Doch nicht nur europäische alte Meister wurden gespielt, sondern auch Musik aus Südamerika wurde geboten. Das peruanische Stück "El Condor Pasa" wurde gefolgt von "El Humahuaqueno" aus Argentinien. Nach einem melancholischen Walzer aus Russland wechselten die Mandolinsten in die Moderne und spielten die Titelmelodie aus "Games of Thrones" und "He’s a Pirate" aus "Fluch der Karibik". Mit "Lord of the dance" und "Whiskey in the Jar" wurde der geografische Wechsel nach Irland vollzogen. Mit ihrem abwechslungsreichen Programm zeigte die Mandolinen-Gesellschaft die Vielseitigkeit des Instrumentes, wofür sie viel Applaus erhielten. Sie dankten den Applaus mit einer Zugabe.

In der Moderation zur Zugabe erzählte Günter Hosenfeld von einem Missgeschick des Teufels, der sich nach einer feuchten Kneipennacht in ein leeres Weinfass legt, einschläft und dann mit dem ganzen Fass den steilen Hang herunterrollte. Entsprechend sei "Devil’s Dream" ein Teufelsstück, welches gemächlich beginnt und immer schneller und dynamischer wird und damit die Veranstaltung schwungvoll beendete.