Polizist gebissen

Nach einem Streit muss die Polizei in die Unterkunft Efringen-Kirchen ausrücken

Victoria Langelott

Von Victoria Langelott

Mo, 10. August 2020 um 18:16 Uhr

Efringen-Kirchen

Eine Auseinandersetzung zwischen einem Wachmann und einer ehemaligen Bewohnerin der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Efringen-Kirchen führte am Donnerstag zu einem Polizeieinsatz.

Eine Auseinandersetzung zwischen einem Wachmann und einer ehemaligen Bewohnerin der Gemeinschaftsunterkunft (GU) für Flüchtlinge in Efringen-Kirchen führte laut Landratsamt am Donnerstag zu einem größeren Polizeieinsatz. Die Frau hatte sich geweigert, das Gelände zu verlassen, schildert das für die GU zuständige Amt den Hergang auf BZ-Nachfrage. Es kam zum Streit, die Frau habe versucht, den Generalschlüssel des Wachmannes zu entwenden und den Mann dabei am Arm verletzt. Einige andere Bewohner hätten sich mit der Frau solidarisiert, ohne den genauen Sachverhalt zu kennen. Daher wurde die Polizei zur Unterstützung gerufen, um die Situation zu deeskalieren, was auch gelungen sei.

Polizist in die Hand gebissen

Nachdem ein Streit mit mehreren Beteiligten gemeldet worden war, waren laut Polizei gleich mehrere Streifen zur GU geordert worden. Dies sei in Streitfällen mit vielen Beteiligten üblich. Es habe mehrere Fälle von Körperverletzung gegeben, im Einzelnen werde noch ermittelt. Eine Frau habe einen Polizisten, der zu schlichten versuchte, in die Hand gebissen.

Das Landratsamt merkt auf BZ-Nachfrage an, dass es in der GU in letzter Zeit immer mal wieder Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern und Mitarbeitenden der GU oder Wachleuten gekommen sei. Die Behörde betont aber, dass es in der Unterkunft nur einzelne Unruhestifter gebe. Das Problem betreffe keineswegs die Gesamtheit der Bewohner. Das Landratsamt führt die Situation zum einen auf die für einige Flüchtlinge nicht einfache Situation zurück, die über ihre Zukunft im Ungewissen sind. Aber auch die derzeit notwendigen Corona-Maßnahmen spielten eine Rolle bei den Konflikten.

Zaun und Kameras zur Überwachung

Wegen der Corona-Pandemie wurde ein Zaun ums Gelände errichtet, damit ein gesteuerter Zugang möglich ist, schildert das Landratsamt. Gleichzeitig wurden Kameras installiert, die Schutzzäune und zentrale Plätze im Blick haben. Die Bewohner dürften selbstverständlich das Gelände verlassen. Externe Personen dürften jedoch bis auf Weiteres nur mit Anmeldung oder einem wichtigen Grund das Gelände betreten. Dies führe immer wieder zu Unmut unter einigen Bewohnerinnen und Bewohnern. Die Maßnahmen seien aber zum Schutz der Gesundheit der Bewohner erforderlich.