16 Jahre Haft gefordert

dpa

Von dpa

Fr, 14. Februar 2020

Ausland

Yücel-Prozess in der Türkei.

ISTANBUL (dpa). Im Prozess gegen den Welt-Reporter Deniz Yücel wegen Terrorvorwürfen in der Türkei hat der Staatsanwalt bis zu 16 Jahre Haft gefordert. Das sagte Yücels Anwalt Veysel Ok am Gericht am Donnerstag. Der Staatsanwalt hatte zuvor sein Plädoyer nicht laut verlesen, sondern schriftlich eingereicht. Ok forderte mehr Zeit für die Verteidigung. Der Prozess soll nun am 2. April fortgesetzt werden. Yücel war nicht anwesend.

Der Staatsanwalt forderte Strafen wegen Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, die in der Türkei und der EU als Terrororganisation gilt, sowie wegen Volksverhetzung. "Beides ist rechtswidrig", sagte Ok. Denn es gebe ein Urteil des Verfassungsgerichts, demzufolge Yücels Artikel im Rahmen der Pressefreiheit gewesen seien. Entweder habe der Staatsanwalt es nicht gelesen oder er habe es ignoriert, sagte Ok. Hinsichtlich des Vorwurfs, für die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen Propaganda betrieben zu haben, forderte der Staatsanwalt Freispruch. Die Regierung macht Gülen für den Putschversuch von 2016 verantwortlich. Zusätzlich fordert der Staatsanwalt aber Bestrafung wegen Präsidentenbeleidigung. Dazu solle eine neue Anklage gegen Yücel erhoben werden, sagte Ok.