Essenstreff, Notunterkünfte, Wärmestuben

unseren Lokalredaktionen und Joshua Kocher

Von unseren Lokalredaktionen & Joshua Kocher

Mi, 09. Oktober 2019

Südwest

In Südbaden gibt es einige Angebote für obdachlose Menschen / Angespannter Wohnungsmarkt verstärkt Risiko.

In vielen Städten und Gemeinden in Südbaden leben obdachlose Menschen, die meisten in Freiburg. Thomas Rutschmann von der AGJ-Wohnungslosenhilfe befürchtet eine Zunahme aufgrund unklarer Rechtsansprüche zum Beispiel von EU-Ausländern. Auch der angespannte Wohnungsmarkt sei eine Gefahr. An vielen Orten gibt es aber Beratungsstellen und Tagesstätten – und teilweise auch Notunterkünfte.

In Breisach bietet seit vielen Jahren der AGJ-Fachverband in der Sternenhofgasse Fachberatung und eine kleine Tagesstätte für Obdachlose an.

Warmes Essen für Bedürftige gibt es in Denzlingen im Winter im Karl-Höfflin-Gemeindehaus. Dort trifft man hin und wieder auch wohnungs- und obdachlose Menschen. Die meisten Gemeinden im nördlichen Breisgau sind aber zu klein, als dass es dort Ballungsräume von Obdachlosen geben würde.

Eher zieht es sie nach Emmendingen, wo die AGJ eine Beratungs- und Tagesstätte betreibt und im Haus Eliah ab dem 18. Oktober ein Aufnahmehaus mit acht Plätzen und betreutes Wohnen für 14 Personen anbieten wird. In einer Wagenburg haben mehr als 20 größtenteils ehemalige Obdachlose ein Zuhause gefunden.

Für Obdachlose und Geflüchtete werden in Lahr dringend Unterkünfte benötigt. Deshalb mietet die Stadt nun ein weiteres Haus an. Bisher gab es zwei Unterkünfte, in der Flugplatzstraße und in der Biermannstraße. Dort sind die Zimmer teilweise doppelt belegt.

In Offenburg gibt es das Obdachlosenheim St. Ursula, das Projekt Ellefriede für obdachlose Frauen, die Pflasterstube, die sich ehrenamtlich um die ärztliche Versorgung von Obdachlosen kümmert, die Wärmestube und den Erfrierungsschutz im Winter.

Aufnahme, stationäre Hilfe und betreutes Wohnen für mehr als 50 Menschen bietet in Lörrach das Erich-Reich-Haus. Im Übergangswohnheim Rössle können bald mehr als 30 Menschen für bestimmte Zeit wohnen.

In Rheinfelden kümmert sich die Fachstelle Wohnungssicherung um finanziell schwache Familien oder alleinerziehende Mütter, die in jüngster Vergangenheit häufiger wegen steigender Mieten vom Wohnraumverlust bedroht waren.

Die Wärmestube in Weil am Rhein gibt es seit 25 Jahren, sie ist reine Anlaufstation zum Waschen, Essen und für Kleider. Übernachtungen gibt es dort keine.

Weil es viele obdachlos gewordene Menschen nach Freiburg zieht, gibt es hier mehrere Tagesstätten mit Bädern, Kochmöglichkeiten, Schließfächern und Computern, einen Frauenschutzraum, die Pflasterstub’, den Essenstreff und mehrere Notunterkünfte mit Platz für fast 100 Menschen – auch vom Caritasverband Freiburg-Stadt.

In Titisee-Neustadt bietet ein Sozialarbeiter der AGJ eine Sprechstunde für Obdachlose an. Eine Tagesstätte wurde 2006 geschlossen, eine Notunterkunft gibt es im Hochschwarzwald nicht.