Kanada verhängt Millionenstrafe gegen VW

dpa

Von dpa

Fr, 24. Januar 2020

Wirtschaft

Manipulierte Diesel-Abgaswerte.

TORONTO (dpa). Kanada hat wegen Verstößen gegen Umweltgesetze und Importvorschriften im Dieselskandal eine millionenschwere Strafe gegen den Volkswagen-Konzern verhängt. Den Wolfsburgern werden Geldbußen in Höhe von 196,5 Millionen kanadischen Dollar (135 Millionen Euro) auferlegt, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch (Ortszeit) in Toronto mitteilte. Zuvor habe sich der Autobauer schuldig bekannt, Fahrzeuge importiert zu haben, die nicht den zulässigen Abgasstandards entsprachen. VW habe zugegeben, gegen Umweltgesetze verstoßen und irreführende Angaben gemacht zu haben.

Volkswagen teilte mit, dass das Unternehmen bei der Untersuchung der Behörden umfassend kooperiert habe. Nach dem Schuldeingeständnis und der Einigung mit der Staatsanwaltschaft seien alle Klagepunkte beigelegt. Der Beschluss erkenne die umfassenden Aktivitäten an, die VW in Kanada zur Wiedergutmachung und zur Stärkung seiner weltweiten Richtlinien zur Regeltreue ergriffen habe. Mit dem Bußgeld würden Umweltprojekte in Kanada unterstützt.

Kanadas Regierung hatte im Dezember 2019 Anklage gegen VW erhoben und den Konzern beschuldigt, zwischen Anfang 2008 und Ende 2015 fast 128 000 Fahrzeuge mit illegaler Abgastechnik eingeführt zu haben. VW hatte in Kanada nach Klagen von Dieselbesitzern mehr als zwei Milliarden kanadische Dollar an Entschädigungen gezahlt. Die Klage der Regierung folgte auf vierjährige Untersuchungen des Umweltministeriums.

VW hatte im September 2015 auf Druck von US-Umweltbehörden eingeräumt, in großem Stil bei Abgastests betrogen zu haben. Durch Abschalteinrichtungen wurden die Stickoxid-Messwerte auf dem Prüfstand gesenkt. Betroffen waren neben VW- auch Audi- und Porsche-Fahrzeuge. Für den Dieselskandal hat VW bereits gut 30 Milliarden Euro an Rechtskosten verbucht. Die rechtliche Aufarbeitung der Affäre dauert weiter an.