Ökobranche wächst um zehn Prozent

afp

Von afp

Do, 13. Februar 2020

Wirtschaft

Zahl der Biobauern legt zu.

NÜRNBERG (dpa). Viele Menschen wollen mit möglichst gutem Gewissen einkaufen: umweltbewusst, nachhaltig, ohne Plastik. Das macht sich auch in der Bio-Branche bemerkbar. Diese wächst seit Jahren. Fast zwölf Milliarden Euro gaben die Deutschen nach Angaben des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) im vergangenen Jahr für Bio-Lebensmittel aus, verglichen mit 2018 ist das ein Plus von etwa zehn Prozent.

Nach Angaben des BÖLW und des deutschen Bauernverbands (DBV) wirtschaften aktuell mehr als zwölf Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland ökologisch, fast 34 000 Betriebe sind das laut dem Bio-Dachverband. Wie der DBV weiter mitteilte, kann sich fast jeder fünfte Bauer "eine Umstellung zum Ökolandbau vorstellen", aber nur knapp drei Prozent seien "derzeit fest zur Umstellung entschlossen".

Der brandenburgische Bauernpräsident Henrik Wendorff hält das Ziel der Bundesregierung, den Anteil des Ökolandbaus an der Landwirtschaft bis 2030 auf 20 Prozent zu steigern, dennoch für realistisch. "An den Bauern wird es nicht scheitern, wenn der Markt unsere heimischen Öko-Produkte aufnimmt", erklärte Wendorff. "Die Bauern stellen um, wenn die Vermarktung und das Öko-Preisniveau gesichert sind."

Doch nicht nur der Inhalt, auch die Verpackung spielt für die Verbraucher eine immer größere Rolle. Zero Waste – also Müll vermeiden – ist einer der Schwerpunkte auf der diesjährigen Biofach, der weltgrößten Naturkostmesse in Nürnberg. "Es ist wichtig, dass es immer mehr Menschen gibt, die mit ihrer Einkaufsentscheidung Verantwortung übernehmen", sagt der BÖLW-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein am Mittwoch zur Eröffnung.