Pilz macht Bananen zu schaffen

dpa

Von dpa

Mi, 14. August 2019

Wirtschaft

Krankheit breitet sich aus.

BONN (dpa). Eine Bananenkrankheit, die bisher vor allem in Asien und Afrika aufgetreten ist, bedroht nun Plantagen in Mittel- und Südamerika. In Kolumbien mussten bereits Stauden gerodet werden. Betroffen ist die Cavendish-Banane, die auch nach Deutschland exportiert wird.

Kolumbien ist fünftgrößter Bananenexporteur der Welt. Dort sind nach Angaben des kolumbianischen Landwirtschaftsinstituts (ICA) bisher Bananenstauden auf 175 Hektar im Department La Guajira im Nordosten des Landes betroffen. Davon seien 168,5 Hektar gerodet worden.

Die Stauden seien mit der Krankheit Tropical Race 4 (TR 4) infiziert, teilte der Deutsche Fruchthandelsverband mit. Der Pilz lasse die Pflanzen absterben. Befallene Flächen müssten gerodet werden und seien für den Bananenanbau nicht mehr verwendbar, so der Verband. Betroffen ist demnach die Sorte "Cavendish", die einen Anteil von mehr als 90 Prozent auf dem deutschen Markt hat. Deutschland importiert schätzungsweise mehr als eine Million Tonnen jährlich, davon 99 Prozent aus Mittel- und Südamerika. TR 4 bedrohe das mit Abstand bedeutendste Herkunftsgebiet von Bananen für den europäischen und nordamerikanischen Markt, betont der Verband.

Welche Folgen das Auftreten des Pilzes für die Bananenpreise in Deutschland hat, ist unklar. Der Fruchthandelsverband sagte nur: "Es gilt auch im Fruchthandel das Gesetz von Angebot und Nachfrage in Bezug auf die Preise." Die Bild-Zeitung zitierte den Chef von Chiquita Deutschland, Marc Seidel: "Die Gefahr ist extrem hoch, dass es die Bananen, die wir kennen, in ein paar Jahren nicht mehr gibt."

Um eine Ausbreitung zu verhindern, hat die kolumbianische Regierung den Notstand erklärt. Die UN-Welternährungsorganisation (FAO) hatte 2016 ein Papier zu TR4 veröffentlicht, in dem es heißt: "Das weltweite Problem mit TR4 besteht darin, dass es bisher keine wirksamen Möglichkeiten der Ausrottung gibt". Der Pilz könne Jahrzehnte in der Erde überleben. Für Konsumenten stellt er laut Deutschem Fruchthandelsverband keine Gefahr dar, weil der Pilz nur die Pflanze, nicht aber die Frucht befällt.