Naturalie

Kalium in Orange: die Japanische Wollmispel

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Mi, 15. Januar 2020 um 00:00 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Wir müssen zunächst ein bisschen aufräumen im Obstgarten, denn bei der Mispel herrscht ein wenig Verwirrung.

Da wäre zum einen die Echte Mispel, die gegen Ende Oktober harte, sehr saure Früchte trägt und von Hundsärsch über Mehlbeere bis Wichsel über unzählige Trivialnamen verfügt. Sie macht eine glänzende Figur in Marmelade, nach einer gewissen Lagerzeit werden die Früchte süßer und weicher. Angebaut wird die Echte Mispel nur noch in Spanien, in unseren Breitengraden wächst sie hauptsächlich wild.

Das, was zu Beginn des Frühjahrs bei uns als Mispel im Obstregal liegt, sind meist die Früchte der Japanischen Wollmispel, auch als Nespolo oder Loquat bekannt – und die gehören von Haus aus gar nicht zur Mispel. Die Japanische Wollmispel wird vor allem in Ländern mit mediterranem Klima angebaut und gedeiht auch in wintermilden Rheingefilden. Die orange-gelbe Frucht schmeckt saftig-frisch in Richtung Pfirsich und Aprikose und steckt voller Betacarotin, ein sekundärer Pflanzenstoff, der für den Sehvorgang wichtig ist. Vom ebenfalls reichlich enthaltenen Kalium profitieren Muskel- und Nervenzellen. Die Wollmispel nascht sich am besten roh, sie kann mit Schale gegessen werden. Aber Achtung: in Maßen, denn die Frucht wirkt harntreibend. Auf dem Müsli oder im Feldsalat macht sie übrigens eine mindestens so gute Figur wie in Kuchen. Auch Gelee und Marmelade funktionieren prima – abgeschmeckt mit Vanille.