Neue Pfarrerin für Schönau und Todtnau

Manuel Hunn

Von Manuel Hunn

Mi, 28. Oktober 2020

Schönau

Christine Würzberg sagt evangelischen Kirchengemeinden zu / Neue Solarstromanlage für Bergkirche.

. Das Ende der fünfjährigen Vakanz der Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinden Schönau und Todtnau ist abzusehen: Christine Würzberg wird neue Pfarrerin. Voraussichtlich wird sie die Stelle im September kommenden Jahres antreten. Dies wurde bei der Gemeindeversammlung in der Bergkirche in Schönau bekannt.

Wie der Kirchengemeinderatsvorsitzende Ronald Kaminsky in der Versammlung erklärte, sei jetzt das ganze Prozedere auf den Kopf gestellt worden. Nachdem man fünf Jahre lang nichts vom Oberkirchenrat zur Neubesetzung der Pfarrstelle gehört habe, entschloss man sich, einen Flyer zu drucken und an Pfarrer und Pfarrerinnen zu verschicken. Daraufhin habe man einige Rückmeldungen erhalten. Der Kontakt zu Christine Würzberg, einer Pfarrerin im Schuldienst aus Rastatt, habe sich dabei soweit intensiviert, dass sie im August zu Besuch im Wiesental war, um die Gemeinden Schönau und Todtnau kennenzulernen. So weit, so gut; allerdings sei man als Gemeinde nicht befugt, als Kirchengemeinde selbst eine Pfarrerin zu suchen, sondern es müsse offizielle Wege gehen, erläuterte Kaminsky.

Ironischerweise sei man daher letzte Woche vom Oberkirchenrat gefragt worden, ob man dessen Vorschlag mit Christine Würzberg zustimme. Davon wolle man sich aber die Freude nicht nehmen lassen. "Wir freuen uns, tatsächlich jemanden gefunden haben, die gerne hierhin kommt", so der Kirchengemeinderatsvorsitzende.

Pfarrerin Würzberg wurde bei der Gemeindeversammlung am Sonntag per Smartphone auf die Leinwände der Bergkirche geschaltet und sprach in einem Videotelefonat zu den Gemeindemitgliedern. Die 56-jährige Theologin erläuterte, dass eine Pfarrstelle wie im Oberen Wiesental schon lange ihr Traum sei. Nun, nachdem ihre Kinder aus dem Haus seien, sei es an der Zeit, diesen Traum zu verwirklichen – "und ich denke, wir befinden uns jetzt auf dem Weg, dass er wahr wird."

Würzberg hätte gerne bereits im Februar ihre neue Stelle angetreten. Aber derzeit stehe sie noch im Schuldienst des Landes, und das Regierungspräsidium erwarte, "gerade in diesen schwierigen Corona-Zeiten die Abiturienten nicht im Stich" zu lassen. Dafür habe sie Verständnis, auch wenn dies für die Gemeindearbeit ein bisschen schade sei. Die Pfarrerin verabschiedete mit den Worten: "Wir lassen uns diese gute Laune nicht verderben und freuen uns auf den September." Laut Kaminsky ist die offizielle Vorstellung der neuen Pfarrerin für den ersten Advent geplant (29. November).

Bergkirche: Auch die Planung zur Sanierung der Bergkirche in Schönau schreitet voran. Wie der Kirchenälteste Klaus Wuchner erklärte, sei nach langem Hin und Her die erste Bauphase für die Außensanierung bewilligt worden. Nach über zwei Jahren sei die Dringlichkeit der Sanierung durch die Landeskirche anerkannt worden. "Der Knackpunkt war die Photovoltaikanlage", so Wuchner. Für die Sanierung müsste sie vom Dach entfernt werden. Durch das Alter der Solaranlage lohne sich aber ein erneutes Anbringen nicht. Es konnte jetzt eine Stiftung gefunden werden, welche die Kosten einer neuen Anlage übernehme, und man würde nun zeitnah die Arbeiten ausschreiben. Die Bauarbeiten könnten dann im Frühling beginnen. Die Kosten belaufen sich auf rund 420 000 Euro.

Damit zukünftig mehr Menschen in der Kirche Gott begegnen können, wurde ein neues Gottesdienst-Format "in heute verständlicher Form und Sprache" vorgestellt. Im Anschluss an die Gemeindeversammlung fand die vorerst letzte Andacht "Rendez-vous mit Gott" mit der höchstmöglichen Anzahl von 36 Personen statt.