Wasserversorgung

Neuer Hochbehälter für Kippenheim und Mahlberg wird gebaut

Irene Bär

Von Irene Bär

Sa, 21. November 2020 um 11:00 Uhr

Mahlberg

Eine Win-win-Situation: Der geplante Hochbehälter in Mahlberg soll Kippenheim im Notfall mit Wasser versorgen. Dafür darf der Hochbehälter ans Kippenheimer Abwassernetznetz.

Wenn in Mahlberg am neuen Hochbehälter gebaut wird, sollen Leitungen für die Notwasserversorgung Kippenheims gezogen und eine Abwasserleitung vom neuen Hochbehälter ans Kippenheimer Abwassernetznetz gelegt werden. Beschlossen ist das schon länger, am Donnerstag haben die Bürgermeister Matthias Gutbrod (Kippenheim) und Dietmar Benz (Mahlberg) den Vertrag unterzeichnet.

Dieser ist aus Sicht der Rathauschefs für beide Seiten eine Win-win-Situation. Zum einen kann Mahlberg eine Auflage des Landratsamts erfüllen. Denn der neue Hochbehälter muss ans Abwasser angeschlossen werden – noch versickert das Spülwasser nach der Reinigung des bestehenden Hochbehälters in die Landschaft, was künftig nicht mehr sein darf. Die Standorte des bestehenden und des neu zu bauenden Hochbehälters liegen maximal 70 Meter von der Gemarkungsgrenze zu Kippenheim entfernt. Für eine Abwasserleitung zu einem Schacht nah am Wohngebiet Mühlenpfad ist ein geringerer Aufwand nötig. Vom Hochbehälter bis zum Eingang an einem Hohlweg, der von der Schiffengass abzweigt, sind es höchstens 200 Meter, wie Benz schätzte. Würde die Leitung ans Abwassernetz der Stadt Mahlberg gelegt, müsste sie durch die unter Naturschutz stehende Schiffengass und Möselegass gelegt und die B 3 gekreuzt werden. Eine solche Leitung wäre 700 bis 800 Meter lang.

Kippenheimer Tiefbrunnen ist im Mai ausgefallen

Zum anderen bekommt Kippenheim eine stabile Notwasserversorgung, weil vom neuen Hochbehälter eine Wasserleitung via Schiffengass nach Kippenheim geführt wird. Diese endet an einem Überflurhydranten nah am Wohngebiet Mühlenpfad, von wo aus im Ernstfall eine Leitung weitergezogen werden kann.

Diesen Ernstfall haben die beiden Gemeinden im Mai erlebt. Im Kippenheimer Tiefbrunnen im Schambachtal waren nacheinander beide Pumpen ausgefallen. Bis der Schaden behoben war, wurde Kippenheim von Schmieheim und Mahlberg aus mit Wasser versorgt (die BZ berichtete).

Künftig soll die Notwasserversorgung von Mahlberg her einfacher sein. Darauf ist Kippenheim im Ernstfall angewiesen. "Fällt in Schmieheim der Tiefbrunnen aus, können wir von Kippenheim aus den ganzen Ortsteil aus unserem eigenen Tiefbrunnen versorgen", so Gutbrod. Im umgekehrten Fall könne aber nur ein Teil Kippenheims mit Wasser aus Schmieheim versorgt werden, weshalb man nach wie vor auf eine zusätzliche Leitung aus Mahlberg angewiesen sei. Der Wasserversorgungsverband Südliche Ortenau, von dem Mahlberg Wasser bezieht, hat laut Benz seine Zustimmung erteilt.

Die Leitungen für Notwasserversorgung und Abwasser werden im Rahmen des ersten Bauabschnitts für Zufahrt- und Wegebau gelegt. Dafür hat die Firma Pontiggia aus Waldkirch den Auftrag (knapp 600 000 Euro) erhalten. Baubeginn ist laut Benz am heutigen Montag. Die Kosten für die Anschlüsse werden anteilig auf beide Gemeinden umgelegt. Die Bürgermeister hoffen, dass eine Situation wie im Mai nicht mehr eintritt.

Mahlberg hatte zudem einen Ernstfall im eigenen Stadtgebiet zu bewältigen, als an Pfingsten der "Löwen" brannte. Stundenlang floss Wasser aus den Schläuchen, um das Feuer zu löschen. Gezeigt hat sich laut Benz in beiden Fällen: "Das Wasser hat gereicht."