Gesetzesinitiative

Notfallversorgung: 112-Reform soll Wartezeiten in Kliniken verkürzen

epd/bz

Von epd & BZ-Redaktion

Mo, 22. Juli 2019 um 08:53 Uhr

Deutschland

Wartezeiten mit akuten medizinischen Problemen, weil in der Notaufnahme auch Patienten mit Erkältung sitzen? Das soll ein Ende haben. Der Gesundheitsminister setzt auf Notfall-Leitstellen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Versorgung von medizinischen Notfällen reformieren. Der Arbeitsentwurf mit den Gesetzesänderungen sei an die Länder zur Diskussion verschickt worden, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit.

"Derzeit sind die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu häufig überlaufen, weil unter den Patienten auch solche sind, denen andernorts besser geholfen werden könnte." Jens Spahn
Die Telefonnummer 112 für den Rettungsdienst und die Nummer 116117 für die Terminservicestellen der niedergelassenen Ärzte sollen demnach faktisch zusammengeschaltet werden. In der Notfall-Leitstelle sollen die Mitarbeiter dem Bericht zufolge mit einer Ersteinschätzung ermitteln, ob dem Anrufer im Krankenhaus oder bei einem ambulanten Arzt am besten geholfen werden kann.

"Derzeit sind die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu häufig überlaufen, weil unter den Patienten auch solche sind, denen andernorts besser geholfen werden könnte", sagte Spahn den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Dadurch seien die Wartezeiten für Patienten oft zu lang, die dringend auf die Hilfe in der Notfallambulanz angewiesen seien.



Außerdem sollen dem Bericht zufolge an Krankenhäusern spezielle Notfallzentren eingerichtet werden, in denen Patienten je nach Schwere ihrer Erkrankung entweder in eine stationäre oder eine ambulante Behandlung geschickt werden sollen. Die Notfallzentren sollen "jederzeit zugänglich" und "räumlich derart in ein Krankenhaus eingebunden" sein, dass sie von den Patienten als erste Anlaufstelle im Notfall wahrgenommen werden, wie es hieß. Als Betreiber der Notfallzentren werden die Kliniken und die Kassenärztlichen Vereinigungen gemeinsam genannt.